
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Guardia Civil außer Lebensgefahr
Nächtlicher Einsatz eskaliert
Es war eine Routine-Kontrolle, die in einem Kugelhagel endete. Zwei Beamte der Guardia Civil schweben nach einem nächtlichen Schusswechsel in der katalanischen Stadt Terrassa nicht mehr in Lebensgefahr. Das teilte die Behörde am Freitag offiziell mit. Doch der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber den Sicherheitskräften – und auf die Risiken, denen Beamte bei jeder einzelnen Schicht ausgesetzt sind.
Fluchtversuch mit tödlichem Kalkül
Die Ereignisse des Donnerstagabends lesen sich wie das Drehbuch eines Actionfilms – nur dass die Kugeln echt waren. Gegen 22.30 Uhr hatten die beiden Beamten an der Mautstelle "Puerta de Barcelona" der Autobahn AP-7 einen Wagen entdeckt, der ihnen sofort verdächtig vorkam. Der Versuch, die Insassen zu kontrollieren, scheiterte: Die Flüchtigen versuchten, die Beamten schlicht zu überfahren. Statt zu stoppen, wählten sie die Flucht in den Stadtteil Can Parellada in Terrassa.
Dort stellten die Gesetzeshüter den Wagen schließlich. Doch als die Verdächtigen die Beamten bemerkten, zögerten sie nicht: Sie eröffneten das Feuer. Die Guardia Civil erwiderte den Beschuss mit ihren Dienstwaffen. Am Ende zählten die Einsatzkräfte ihre Verletzten: Einer der Beamten wurde von vier Kugeln getroffen, sein Kollege von einer. Dass einer der Männer trotz schwerer Verletzungen noch die Notrufzentrale alarmieren und gleichzeitig seinem Partner Erste Hilfe leisten konnte, grenzt an ein Wunder.
Ein System unter Beschuss
Die Beamten werden nun im Hospital Taulí von Sabadell sowie in der Mútua de Terrassa behandelt. Trotz der Schwere ihrer Verletzungen: Sie sind außer Gefahr. Diese Nachricht ist eine Erleichterung – aber sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass solche Szenen kein Einzelfall mehr sind. Kritiker fragen zu Recht: Wie viele Anschläge auf die Staatsgewalt müssen noch passieren, bevor die Justiz endlich härtere Bandagen anlegt?
Die Beamten haben ihre Pflicht erfüllt. Doch die Politik ist gefordert, die Sicherheit derjenigen zu garantieren, die tagtäglich ihren Kopf für uns hinhalten. Denn eines ist klar: Wer bei einer Verkehrskontrolle sofort zur Waffe greift, hat nichts Geringeres im Sinn als die offene Konfrontation mit dem Rechtsstaat. Diese Rechnung darf nicht aufgehen.
Ein Signal der Entschlossenheit
Die Antwort auf diesen feigen Angriff kann nicht nur in medizinischer Fürsorge bestehen. Es braucht eine entschlossene Strafverfolgung und ein klares politisches Signal, dass Angriffe auf Einsatzkräfte als das behandelt werden, was sie sind: Anschläge auf die Demokratie. Die Bevölkerung von Terrassa und ganz Katalonien steht in diesen Stunden an der Seite der Verwundeten – ebenso wie ihre Kollegen, die weiterhin jeden Tag ihren Dienst antreten.
Die Ermittlungen zu den flüchtigen Tätern laufen auf Hochtouren. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Guardia Civil berichtet, war das Fahrzeug den Beamten bereits zuvor aufgefallen. Ob es Verbindungen zu früheren Straftaten gibt, wird nun geprüft. Fest steht: Der Rechtsstaat darf sich nicht einschüchtern lassen.
Quelle: europapress.es