Sant Cugat drückt bei neuer Bibliothek auf die Tube

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sant Cugat del Vallès

Sant Cugat drückt bei neuer Bibliothek auf die Tube

von Redaktion

Finanzierung im Fokus

Das Projekt einer neuen Zentrale Bibliothek in Sant Cugat soll in der kommenden Amtszeit realisiert werden. Bürgermeister Josep Maria Vallès (Junts) hat gegenüber dem Magazin „Faves Comptades“ von Ràdio Sant Cugat angekündigt, im Haushalt des nächsten Jahres eine Kreditreserve einzustellen, um die ersten Ausgaben vorzusehen. Ein langfristiger Finanzierungsplan ist jedoch noch nicht in Stein gemeißelt.

Historisch sei die Finanzierung solcher Kulturprojekte zwischen Stadt, Provinz und der regionalen Regierung aufgeteilt worden, erklärte Vallès. Diese informelle Vereinbarung scheint heute nicht mehr zu gelten. „Aktuell sind Bibliotheken Einrichtungen mit sehr hohem Budget“, sagte der Bürgermeister. Das Projekt ist mit 14 Millionen Euro veranschlagt, vier Millionen mehr als ursprünglich geplant.

Ein „wiederbelebtes“ Projekt mit großen Ambitionen

Vallès betonte, dass das aktuelle Stadtregierung das Projekt „aus der Schublade“ eines früheren linken Tripartits geholt und mit dem Architekturbüro Vol Studio modifiziert habe. Die neue Bibliothek soll eine Stadt von knapp 100.000 Einwohnern repräsentieren und die bestehende, drei Jahrzehnte alte Casa de Cultura entlasten. Der freiwerdende Raum in der aktuellen Gabriel Ferrater Bibliothek soll dann eine Ausstellungshalle beherbergen.

Das definitive Projekt wurde vor einem Jahr mit den Stimmen der Regierung, der PSC und ECP genehmigt, während CUP und Vox dagegen und der PP sich enthielt. Kritiker aus der Opposition hatten die hohen Kosten und andere Stadtprioritäten ins Feld geführt.

Konkrete Planungen laufen

„Wenn alles wie vorgesehen läuft“, so Vallès, soll der Haushalt 2027 die notwendige plurianuale Kreditreserve enthalten. Dieser Schritt ist erforderlich, um einen Ausführungsplan für die Bauarbeiten auszuschreiben sowie die Expropriation von Häusern im Park Ramon Barnils voranzutreiben. Der Standort liegt an der Kreuzung von Rambla del Celler und Cèsar Martinell. Gespräche mit den Eigentümern laufen bereits, um die Gebäude sukzessive abzulösen und „der Bibliothek eine möglichst angenehme Umgebung“ zu geben. Die direkt betroffene Immobilie soll, wie bei der ersten Projektgenehmigung festgehalten, kompensiert werden.

Eine neue kulturelle Mitte entsteht

Das neue Gebäude wird die bisherige Zentrale Bibliothek ablösen und ihre Fläche etwa verfünffachen – auf 5.155 Quadratmeter mit einer Kapazität für 700 Personen. Es wird drei Stockwerke mit Fassade zur Rambla del Celler haben und die Zone des Monasteriums, der Casa de Cultura und des Celler Modernista mit dem Bereich des Teatro-Auditoriums und des Konservatoriums verbinden.

Die kulturelle Zentrale soll Lesearbeitsräume, einen Veranstaltungssaal für 200 Personen und eine Cafeteria bieten. Die Dachfläche wird auf gleicher Höhe mit dem Park verbunden sein und zu einem Aufenthalts- und Spazierbereich werden. Betroffene Bäume sollen umgesetzt werden.

Hintergrund: Druck auf das Bibliotheksnetz

Die Notwendigkeit für neue Räume ist auch durch aktuelle Einschränkungen belegt. Im Jahr 2024 überschritten die drei Stadtbibliotheken noch 300.000 Nutzer. 2025 sank die Zahl auf 272.000, vor allem wegen der fünfmonatigen Schließung der Zentralbibliothek nach einem teilweisen Dachschaden. Auch die Kinderabteilung der Volpelleres-Bibliothek war nach Wasserschäden vier Monate geschlossen und wurde erst vor kurzem wieder geöffnet. Die Stadt hat verschiedene Interventionen zur Behebung dieser Probleme durchgeführt.

Quelle: Angaben des Bürgermeisters Josep Maria Vallès in „Faves Comptades“ von Ràdio Sant Cugat und Stadtverwaltung.