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Sabedell verdient weniger, zahlt aber Dividende
Rückläufiger Gewinn trotz operativer Stärke
Die Banco Sabadell hat ihre Neunmonatszahlen vorgelegt: Zwischen Januar und September erwirtschaftete das Geldinstitut einen Nettogewinn von 1,376 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen bei der spanischen Börsenaufsicht CNMV einreichte.
Bemerkenswert ist die Entwicklung, wenn man Sondereffekte ausklammert: Das wiederkehrende Ergebnis vor außergewöhnlichen Posten lag bei 1,096 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Rückgang von 5,3 Prozent, wobei das dritte Quartal mit 405 Millionen Euro einen deutlichen Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorquartal verzeichnete.
Konzernchef Marc Armengol zeigte sich in einer ersten Stellungnahme zuversichtlich: „Wir demonstrieren erneut unsere Fähigkeit, das Geschäft nachhaltig wachsen zu lassen, während wir die Erträge verbessern und die Kosten im Griff behalten.“ Die Transformation des Instituts schreite voran, so Armengol weiter.
Ertragslage und Kostendisziplin
Die operativen Erträge aus Zinsgeschäft und Provisionen summierten sich auf 3,677 Milliarden Euro – ein nahezu stagnierender Wert gegenüber dem Vorjahr. Allein im dritten Quartal lag dieser Indikator bei 1,260 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 2,4 Prozent im Quartalsvergleich entspricht. Das Haus spricht von einem „starken Dynamismus der Geschäftsaktivität“.
Im Detail: Der Zinsüberschuss kletterte im dritten Quartal um zwei Prozent auf 920 Millionen Euro. Über neun Monate gerechnet liegt er mit 2,694 Milliarden Euro allerdings noch 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Provisionseinnahmen entwickelten sich positiver – sie wuchsen im Septemberquartal um 3,7 Prozent auf 340 Millionen Euro.
Auf der Kostenseite verzeichnete Sabadell einen Anstieg der Gesamtausgaben um 9,1 Prozent auf 1,797 Milliarden Euro. Darin enthalten sind außergewöhnliche Belastungen von 88 Millionen Euro für ein Frühruhestandsprogramm in Spanien. Die wiederkehrenden Kosten blieben im Quartal dagegen stabil.
Rentabilität und Kapitalausstattung
Die operative Rentabilität, gemessen am materiellen Eigenkapital (RoTE), verbesserte sich von 13,6 Prozent im Juni auf nunmehr 14,2 Prozent. Der Vorstand peilt für Ende 2026 einen Wert von 14,5 Prozent an, bis 2027 sollen es 16 Prozent sein.
Die Kapitalquote (CET1) liegt bei 13,12 Prozent und damit um 62 Basispunkte niedriger als im Vorjahr. Das Institut betont, dass die Ausschüttungspolitik auf der Fähigkeit basiere, Kapital organisch zu generieren.
Aktionäre profitieren von Sonderzahlung
Trotz des rückläufigen Gewinns erhalten die Anteilseigner eine weitere Vergütung: Der Verwaltungsrat beschloss eine Bardividende von sieben Cent pro Aktie, die am 29. Dezember ausgezahlt werden soll. Insgesamt werden dafür 325 Millionen Euro aufgewandt. Diese Zahlung kommt zusätzlich zu einem laufenden Aktienrückkaufprogramm über 331 Millionen Euro, von dem noch 57 Millionen Euro ausstehen.
Bilanzqualität und Kreditwachstum
Die Problemkreditquote verbesserte sich deutlich: Sie sank um 35 Basispunkte auf 2,4 Prozent. Die notleidenden Kredite reduzierten sich binnen Jahresfrist um 477 Millionen Euro auf 3,886 Milliarden Euro. Die Risikovorsorgequote stieg parallel auf 70,1 Prozent.
Beim Kreditgeschäft zeigt sich Wachstum: Der Kreditbestand erhöhte sich um vier Prozent auf 124,913 Milliarden Euro. Im Inlandsgeschäft stieg das Volumen sogar um drei Prozent auf 106,434 Milliarden Euro, wobei alle Kundensegmente Zuwächse verzeichneten.
Wie die Finanznachrichtenagentur Europa Press berichtet, erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr ein Wachstum des Zinsüberschusses von rund einem Prozent – getragen von höheren Kreditvolumina und einer „disziplinierten Zinssteuerung“. Die Provisionen sollen um etwa vier Prozent zulegen.
Quelle: europapress.es