Römischer Fund könnte Herkunft der Monastrell belegen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Yecla

Römischer Fund könnte Herkunft der Monastrell belegen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Geschichte der Rebsorte Monastrell könnte deutlich älter sein als bislang angenommen. Ein wissenschaftliches Gutachten zu einem antiken Steinrelief aus der Region Murcia legt nahe, dass die Sorte bereits vor rund 1.700 Jahren im Südosten der Iberischen Halbinsel kultiviert wurde.

Wie die Regionalregierung mitteilt, haben Forscher eine dekorative Platte aus dem 3. Jahrhundert nach Christus analysiert, die bei Ausgrabungen in der römischen Villa Los Torrejones in Yecla geborgen wurde. Das Relief zeigt eine detailreiche Weintraube mit Blättern und Ranken. Im Rahmen der Untersuchung verglichen die Experten die botanischen Merkmale der Abbildung mit 17 historisch in der Region verbreiteten Rebsorten. Das Ergebnis: Die größte Übereinstimmung weist die Darstellung mit der Monastrell-Traube auf. Die Feinheit der Ausführung lässt zudem darauf schließen, dass der Künstler ein echtes Weinreben-Exemplar als Vorlage verwendete.

Die Erkenntnisse wurden am Dienstag im Archäologischen Museum von Murcia vorgestellt. Der Generalsekretär des Kulturministeriums, Juan Antonio Lorca, betonte bei der Präsentation den Wert des Fundes für die Verbindung von archäologischem Erbe und regionaler Weintradition. Auch die Bürgermeisterin von Yecla, Remedios Lajara, nahm an der Vorstellung teil. Das Gelände von Los Torrejones steht seit 2018 als Archäologische Zone unter besonderem Schutz.

Die Entdeckung liefert nun zusätzliche Impulse für die geplanten Feierlichkeiten im Jahr 2027, die sich der Geschichte der Monastrell widmen sollen. Der Fund reiht sich ein in die Bemühungen, die Ursprünge der Rebsorte wissenschaftlich zu untermauern, die heute als Aushängeschild der Weinregion Murcia gilt.

Mit drei geschützten Ursprungsbezeichnungen – Bullas, Jumilla und Yecla – ist die Region Murcia das weltweit führende Anbaugebiet für Monastrell. Allein in der DO Jumilla werden 56 Prozent der spanischen Monastrell-Produktion erzeugt, in der DO Yecla nimmt die Sorte sogar 85 Prozent der Rebfläche ein.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Rebsorte spiegelt sich auch im Wein­tourismus wider. Laut den jüngsten Zahlen der Spanischen Wein­städte-Vereinigung Acevin verzeichneten die drei Weinstraßen der Region im vergangenen Jahr knapp 86.000 Besucher – ein Plus von 26,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt Murcia beim Wachstum hinter Extremadura an zweiter Stelle aller autonomen Gemeinschaften. Lorca verwies darauf, dass der Tourismus rund um den Wein nicht nur die lokale Gastronomie und Kultur stärke, sondern auch eine ganzjährige wirtschaftliche Alternative für die ländlichen Gemeinden biete. Die neuen Erkenntnisse aus dem Fries von Yecla könnten diese Entwicklung weiter beflügeln, indem sie die Region noch stärker als Ursprungsland einer der bedeutendsten Rebsorten Spaniens positioniert.


Quelle: europapress.es

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