
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Neun Festnahmen in Jumilla nach Drogenrazzia
Marathon-Ermittlungen führen zum Schlag gegen Familienclan
Nach zweijährigen verdeckten Ermittlungen hat die Guardia Civil in Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei einen Schlag gegen die Drogenszene in Jumilla geführt. Wie die Behörden mitteilten, wurden neun Personen festgenommen – fünf Männer und vier Frauen. Ihnen werden Drogenhandel, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.
Die Ermittlungen, die unter dem Namen „Operation Swart“ liefen, begannen bereits vor zwei Jahren. Auslöser waren Hinweise auf regen Drogenhandel in der Altstadt von Jumilla sowie eine auffällige Zahl von Aufgriffen durch Konsumenten, die in diesem Viertel offenbar regelmäßig ihren Nachschub besorgten.
Verkaufsstellen als Selbstbedienungsladen
Die polizeilichen Ermittlungen führten zu einem Familienclan, der nach Erkenntnissen der Ermittler hierarchisch organisiert war. Die mutmaßlichen Täter verfügten über mehrere Immobilien und hochwertige Fahrzeuge. Drei Wohnungen in der Altstadt dienten als Verkaufsstellen für Drogen. In mindestens einem Fall hatten die Betreiber ein ausgeklügeltes Selbstbedienungssystem eingerichtet: Die Dosis lag an der Fassade bereit, das Geld wurde im Inneren deponiert. Zusätzlich wurde ein Lieferdienst angeboten.
Schlag gegen Infrastruktur
Bei zeitgleich durchgeführten Durchsuchungen von vier Wohnungen und zwei Industriehallen stellten die Einsatzkräfte mehr als 700 Dosen Kokain, 86 Dosen Haschisch und rund 51.000 Euro Bargeld sicher. Die Beute umfasst außerdem Mobiltelefone, Dokumente, Schmuck, ein hochwertiges Fahrzeug und Utensilien zur Vorbereitung und Verpackung von Betäubungsmitteln. Zudem wurden Feinwaagen und täuschend echte Waffen gefunden.
Das Vorgehen gegen die Bande war von langer Hand geplant. Die Spezialeinheiten der Polizei, darunter Hundeführer und Reservekräfte, führten die Razzien an einem einzigen Tag durch. Die Staatsanwaltschaft wirft den Festgenommenen vor, über einen längeren Zeitraum hinweg ein professionell geführtes Drogengeschäft betrieben zu haben.
Quelle: europapress.es