
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Nerja und Maro jetzt durchgehend per Radweg verbunden
Ein Schlussstrich unter jahrelanges Flickwerk
Wer schon einmal versucht hat, mit dem Fahrrad von Nerja nach Maro zu gelangen, kennt das Problem: Radwege, die plötzlich enden, gefährliche Ausweichmanöver auf die stark befahrene N-340 und ein ständiges Gefühl der Unsicherheit. Damit ist nun Schluss. Der letzte, rund 1.200 Meter lange Abschnitt ist fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben. Die beiden Orte sind damit endlich durchgängig per Rad erreichbar – ein Etappensieg für die vielbeschworene Verkehrswende an der Costa del Sol.
Mehr als nur ein Stück Asphalt
Die symbolische Bedeutung dieses Lückenschlusses ist kaum zu unterschätzen. Fast 3,5 Kilometer zusammenhängende Radinfrastruktur zwischen zwei urbanen Zentren sind in einer Region, die seit Jahrzehnten auf das Auto ausgerichtet ist, ein starkes Statement. Es geht nicht um grüne Rhetorik, sondern um konkrete Alternativen: Ein Pendler, der täglich zwischen den Orten unterwegs ist, ein Tourist, der die Küste erkunden möchte, oder eine Familie, die einen Ausflug plant – sie alle profitieren von einer sicheren, barrierefreien Route abseits des motorisierten Verkehrs.
Investition in die Zukunft oder Tropfen auf den heißen Stein?
Die Finanzierung liest sich auf den ersten Blick beeindruckend: Rund 410.000 Euro flossen allein in dieses letzte Teilstück, das über das Programm NextGenerationEU und den Plan für Tourismusnachhaltigkeit der Europäischen Union gefördert wurde. Bürgermeister José Alberto Armijo spricht denn auch stolz von einer "strategischen Aktion" und verweist auf eine Gesamtinvestition von über 1,2 Millionen Euro für das gesamte Radwegenetz.
Doch genau hier lohnt der zweite Blick. Kritiker mögen einwenden, dass diese Summe angesichts der Gesamtproblematik der Region nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Die Dominanz des Autos ist an der Costa del Sol ungebrochen, die Straßen sind chronisch überlastet. Ein Radweg, so schön er auch sein mag, ändert an den strukturellen Verkehrsproblemen zunächst wenig. Er ist aber ein notwendiger Baustein, um das Bewusstsein für sanfte Mobilität zu schärfen und den Menschen eine echte Alternative zu bieten. Die gute Nachricht ist: Nerja und Maro haben verstanden, dass Zukunft nicht im Stau beginnt, sondern auf zwei Rädern.
Quelle: axarquiaplus.es