
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Murcia plant großes Plensa-Symposium
Mehr Geld für zeitgenössische Kunst
Die Stadt Murcia schnürt für das kommende Jahr ein deutlich größeres Kulturpaket. Mit rund 18,6 Millionen Euro plant die zuständige Behörde, das sind etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus den aktuellen Haushaltsentwürfen hervor. Besonders im Fokus stehen der Ausbau des Kulturzentrums Cárcel Vieja sowie die Sanierung mehrerer Spielstätten in den Außenbezirken.
Rund 300.000 Euro fließen allein in das ehemalige Gefängnis, das als zentraler Ort für Gegenwartskunst in der Stadt gilt. Dort läuft noch bis Mitte Januar die viel beachtete Ausstellung „Materia Interior“ des katalanischen Künstlers Jaume Plensa. Kurz vor dem Ende der Schau, vom 13. bis 15. Januar, plant die Stadt gemeinsam mit der Universität Murcia einen internationalen Kongress, der sich mit Plensas Werk, Denken und künstlerischem Ansatz beschäftigt. Der Künstler selbst wird zur Abschlussveranstaltung erwartet.
Investitionen in Stadtrand und Zentrum
Neben dem Großprojekt Cárcel Vieja profitieren auch die städtischen Museen, die mit über 242.000 Euro für Programme und Verbesserungen ausgestattet werden. Dazu zählt auch der Betrieb des neu errichteten Gebäudes der Casa del Belén in Casillas. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Etablierung eines nationalen Netzwerks für Barockstädte, das Murcia als Knotenpunkt für Forschung und Vermarktung des barocken Erbes positionieren soll.
Auch die 48 Kulturzentren in den verschiedenen Stadtteilen erhalten spürbar mehr Mittel. Mit fast 1,43 Millionen Euro liegt das Budget um rund 209.000 Euro über dem Wert von 2026. Kulturdezernent Diego Avilés betonte, dies werde helfen, das kulturelle Angebot in den Vororten deutlich zu intensivieren.
Mehr Nachfrage, mehr Angebot
Der Bereich Darstellende Künste verzeichnet ein ebenfalls wachsendes Budget von rund 1,8 Millionen Euro. Laut Avilés sei die Nachfrage um zehn Prozent gestiegen, weshalb die Stadt ihr Programm um ein Fünftel ausgeweitet habe.
Für Investitionen stehen der Behörde in diesem Jahr außergewöhnliche 623.000 Euro zur Verfügung – ein Anstieg von über 700 Prozent. Damit sollen unter anderem das historische Casino in Espinardo wiedereröffnet, das Auditorium in Cabezo de Torres grundlegend saniert und der Bau des Museums der Semana Santa angestoßen werden. Parallel laufen die Arbeiten am Veranstaltungssaal des Palacio Almudí, der im Frühjahr 2027 unter dem Namen „Salón de Recepciones Conde de Floridablanca“ als Ausstellungsfläche eröffnet werden soll. Auch die ehemalige Getreidefabrik La Constancia wird weiter zu einem Treffpunkt für junge Talente umgebaut. Wie Europa Press berichtet, sind diese Projekte Teil einer langfristigen Strategie, um Murcia als Kulturstandort zu stärken.
Quelle: europapress.es