Mammografie soll künftig Herzrisiken erkennen

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Bilbao

Mammografie soll künftig Herzrisiken erkennen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Team aus dem baskischen Gesundheitswesen verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Mammografien, die bislang vor allem zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt werden, könnten künftig auch Hinweise auf das Herzrisiko von Frauen liefern. Wie Osakidetza und das baskische Gesundheitsministerium mitteilen, steckt dahinter das Projekt EMABASK – ein Vorhaben, das die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen stärker in den Blick nehmen will.

Ein Bild, zwei Diagnosen

Die Idee: Verkalkungen in den Arterien der Brust können auf ein erhöhtes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass solche Kalkablagerungen das Risiko für Herzerkrankungen verdreifachen können. Die Mammografie soll damit nicht nur Krebs erkennen, sondern auch eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen.

Das Projekt wird von Jesús Guzmán Revuelta geleitet, Radiologe bei Osakidetza im Gesundheitsbereich Barakaldo-Sestao. Beteiligt sind außerdem Fachleute aus Radiologie, Kardiologie, Allgemeinmedizin und Präventivmedizin sowie das Forschungsinstitut Biobizkaia.

Weibliche Herzrisiken werden oft übersehen

Im Baskenland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen. Dennoch sind viele Risikobewertungen und diagnostische Verfahren vor allem am männlichen Krankheitsverlauf ausgerichtet. Dadurch bleibt das Risiko von Frauen häufig unentdeckt. Nach Schätzungen wären rund 80 Prozent dieser Todesfälle durch eine frühzeitige Diagnose vermeidbar.

Das Projekt setzt genau hier an: Es verbindet die Perspektive von Frauen in der Medizin mit dem Ziel, Krankheiten früher zu erkennen. Es ist Teil mehrerer strategischer Linien des Baskischen Gesundheitspakts – von der Gleichstellung in der Versorgung über die Vorsorge bis hin zur digitalen Transformation.

Künstliche Intelligenz soll Alarm schlagen

Bislang werden Mammografien von Fachleuten manuell ausgewertet. Künftig soll Künstliche Intelligenz die Bilder automatisch analysieren. Erkennt die Software auffällige Kalkablagerungen in den Brustarterien, soll sie automatisch eine Warnung an die Hausärztin oder den Hausarzt schicken. Diese können dann die Krankengeschichte der Patientin prüfen und frühzeitig Maßnahmen einleiten.

Das Projekt ist zudem für die Europäische Konferenz für öffentliche Gesundheit ausgewählt worden, die vom 10. bis 13. November in Bilbao stattfindet. Erwartet werden mehr als 3.000 Fachleute. Mit dem Vorhaben will Osakidetza nach eigener Darstellung zeigen, dass geschlechtsspezifische Forschung nicht nur sinnvoll, sondern auch praktisch umsetzbar ist – und das mitten in der Regelversorgung.


Quelle: europapress.es

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