Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Turull sieht gezielte Demütigung in Pujol-Vorladung
Der Generalsekretär der katalanischen Partei Junts, Jordi Turull, hat scharfe Kritik an der Justiz geübt. Er wirft den Behörden vor, die Anordnung einer gerichtlichen Vorladung für den ehemaligen Regionalpräsidenten Jordi Pujol diene einzig der gezielten Demütigung.
Vorladung zum medizinischen Check
Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Verfügung hervorgeht, hat das zuständige Gericht, die Audiencia Nacional in Madrid, den 95-jährigen Pujol für den kommenden Montag vorgeladen. Konkret soll er sich um 9:30 Uhr einem Termin zur Begutachtung durch einen Gerichtsmediziner stellen. Das Gericht forderte Pujol zudem auf, alle für die medizinische Bewertung relevanten Unterlagen mitzubringen.
”Vorsätzlicher Akt der Rache”
In einer scharfen Reaktion, die über die Nachrichtenagentur Europa Press verbreitet wurde, bezeichnete Turull diesen Schritt als einen “vorsätzlichen Akt der Demütigung und Rache”. Er richtete seine Kritik sowohl gegen die Behandlung der Person Pujol als auch gegen die katalanische Gemeinschaft insgesamt. “Das, was am Montag passiert, ist aufgrund seines Gesundheitszustands unerträglich”, schrieb Turull in einem Beitrag auf der Plattform X (ehemals Twitter). In dem Post bekundete er zugleich seinen vollen Respekt, seine Zuneigung und seine Unterstützung für den ehemaligen Präsidenten.
Die Vorladung steht im Zusammenhang mit einem langjährigen Ermittlungsverfahren. Die Hintergründe solcher Verfahren sind oft komplex und von historischen politischen Spannungen geprägt. Die aktuelle Entwicklung wirft erneut Fragen nach dem Umgang mit betagten Beschuldigten im Justizsystem auf.