
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Madrid bleibt an Halloween ruhig
Deeskalation statt Randale
Die spanische Hauptstadt ist am Halloween-Wochenende von schweren Ausschreitungen verschont geblieben. Trotz enormer Sicherheitsvorkehrungen und zahlreicher Online-Aufrufe zu Plünderungen blieb es in den Straßen von Madrid weitgehend friedlich. Die befürchteten Szenen wie noch eine Woche zuvor in Barcelona blieben aus.
Präventiver Schutzschirm
Angesichts der konkreten Bedrohungslage hatten viele Geschäfte im Zentrum, darunter Läden an der belebten Gran Vía, der Calle Montera sowie in der exklusiven Einkaufsmeile Milla de Oro, ihre Schaufenster vorsorglich mit Holzbrettern vernagelt. Die Stadtverwaltung reagierte mit einem massiven Aufgebot: Rund 1.700 Polizeibeamte waren im Einsatz, um mögliche Krawalle zu unterbinden. Die Beamten führten in den prognostizierten Brennpunkten mehrere Personenkontrollen durch, was jedoch ohne größere Zwischenfälle verlief.
Ermittlungen und Festnahmen
Die Plattform 'Blocus', die hinter den Aufrufen steckt, hatte nicht nur in Madrid mobilisiert, sondern auch in Städten wie Valencia, Bilbao, Saragossa, Palma, Sevilla, Granada und erneut Barcelona. In der katalanischen Metropole hatte die Polizei zuvor die höchste Alarmstufe ausgerufen.
Bereits am Freitag schlug die Polizei zu: Bei koordinierten Aktionen in Valencia, Bilbao, Málaga und Teneriffa nahmen die Beamten zehn mutmaßliche Rädelsführer fest. Wie Ermittler mitteilten, sollen sie nicht nur zu Plünderungen angestiftet, sondern auch zur Herstellung von Molotow-Cocktails und zum Einsatz von Waffen gegen die Polizei aufgerufen haben – mit dem Ziel, die Sicherheitskräfte zu überfordern.
Unter den Festgenommenen befindet sich auch der mutmaßliche Anführer der Bewegung in Spanien: Ein 20-jähriger Mann, der in Picanya bei Valencia gefasst wurde. Die Guardia Civil beschuldigt ihn, Gründer und treibende Kraft des Netzwerks zu sein. Sein Plan sei es gewesen, die Plünderungen in mehreren Städten in Echtzeit zu koordinieren.
Bereits nach den Unruhen in Barcelona hatte die Polizei erste Verdächtige festgenommen. Bei den Krawallen am vergangenen Samstag waren 133 Menschen festgesetzt und über 600 weitere identifiziert worden. Die Staatsanwaltschaft fordert für 70 der jugendlichen Randalierer eine Bewährungsaufsicht, für acht weitere die Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen. Wie das Nachrichtenportal Europa Press berichtet, waren 72 der damals Festgenommenen noch nicht volljährig.
Quelle: europapress.es