
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Königin Letizia verabschiedet Helfer nach Venezuela
Ein Abschied mit Botschaft
Während die politische Klasse in Spanien mal wieder über Befindlichkeiten streitet, zeigt das Königshaus, worauf es wirklich ankommt: Handeln. Königin Letizia erschien am frühen Mittwochmorgen am Flughafen Madrid-Barajas, um ein medizinisches Notfallteam der Aecid zu verabschieden. Ziel: Venezuela. Dort wüten die Folgen eines doppelten Erdbebens, das nach offiziellen Angaben bereits fast 2.000 Menschen das Leben kostete.
Die Königin, die sich in den letzten Jahren einen Ruf als unermüdliche Mahnerin für humanitäre Anliegen erarbeitet hat, ließ keinen Zweifel daran, was sie von dieser Mission hält. Sie sprach von der „Professionalität, dem Rigor und der Zuneigung“, mit der spanische Helfer weltweit agieren. Ein Satz, der sitzt. Denn während manche in der Regierung die Krise in Venezuela lieber aussitzen würden, reisen die „Chalecos Rojos“ – das Team des START-Projekts – dorthin, wo die Not am größten ist.
Mehr als nur ein Foto-Termin
Der Auftritt war kein bloßes Pflichtprogramm. Letizia stellte sich den Helfern für Fotos, sprach mit ihnen und betonte die „Effektivität“ der spanischen Kooperation. Sie dankte den Freiwilligen im Namen der gesamten Gesellschaft. Ein starkes Signal, das mehr wiegt als jede Sonntagsrede.
Begleitet wurde die Königin von Außenminister José Manuel Albares. Der nutzte die Gelegenheit, um die traurige Bilanz zu aktualisieren: 26 Spanier sind nach neuesten Erkenntnissen ums Leben gekommen, 150 gelten als vermisst, elf werden noch unter den Trümmern vermutet. Gleichzeitig landete ein neuer Repatriierungsflug mit 130 Passagieren in Madrid – darunter 92 Spanier, aber auch Venezolaner und andere Staatsbürger.
Ein System, das funktioniert
Das START-Team, das nun ausfliegt, ist kein Papiertiger. Wie die Aecid mitteilt, wurde es 2016 ins Leben gerufen und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Spezialeinheit zertifiziert. Es kann innerhalb von 36 Stunden ein voll funktionsfähiges Krankenhaus mit chirurgischer Kapazität aufbauen. 44 Fachkräfte – Ärzte, Logistiker, Köche – sind an Bord. Finanziert wird das Ganze auch aus EU-Töpfen. Ein Beispiel dafür, wie europäische Solidarität im Ernstfall konkret wird.
Die Königin brachte es auf den Punkt: „Die spanische Gesellschaft ist sich dessen sehr bewusst und dankt es euch.“ Ein Satz, der nicht nur den Helfern gilt, sondern auch eine klare Ansage an alle ist, die humanitäre Hilfe kleinzureden versuchen.
Quelle: 20minutos.es
Quelle: 20minutos.es