Krätze unter Soldaten: Ein vermeidbarer Skandal

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Ceuta

Krätze unter Soldaten: Ein vermeidbarer Skandal

von Sabine Keller2 Min. Lesezeit

Die Zahlen sind offiziell, die Verharmlosung auch: 24 Soldaten des in Ceuta eingesetzten Kontingents haben sich mit Krätze infiziert – zwei davon bereits vor der Massenankunft von Migranten. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Ausbruch erst, nachdem die Unión de Militares de Tropa (UMT) und die Asociación de Tropa y Marinería Española (ATME) lautstark Informationen verlangt hatten. Das allein spricht Bände.

Feuchte Luft als Ausrede

Das Ministerium versichert, die Krankheit sei nicht auf den Kontakt mit den Migranten zurückzuführen. Krätze sei eine typische Infektion in feuchten Gebieten. Alle Infizierten werden behandelt, Hygienemaßnahmen seien eingeleitet. Aber was soll diese Erklärung eigentlich ändern? Als ob eine natürliche Verbreitung von Milben das Problem kleiner machte. Entscheidend ist, wo die Soldaten untergebracht waren: in der alten Küstenbatterie K-8 in García Aldave. Die UMT spricht von Räumen, die „normalerweise ungenutzt“ seien, ohne „erforderliche hygienische Wartung“, mit bekannten Vorfällen ähnlicher Plagen – und zusätzlich überfüllt.

Überstellung statt Schutz

Die eigentliche These dieses Skandals lautet: Die Soldaten wurden als menschlicher Puffer in einer Krise eingesetzt und in einer Bunkeranlage ohne hygienische Standards gepfercht. Mindestens 14 Soldaten einer einzigen Kompanie des Grupo de Regulares Ceuta 54 sind betroffen, meldet die UMT. Die ATME hatte bereits vor dem Ausbruch vor möglichen Krankheiten gewarnt, „wahrscheinlich Krätze“. Passiert ist nichts. Und dann wundert man sich noch, warum die Truppe an ihre Belastungsgrenzen stößt.

Ein Armutszeugnis für die Truppenführung

Wer Soldaten in einer Krise bis zum Äußersten fordert, muss zumindest für saubere Quartiere sorgen. Wer das nicht tut und zugleich verlangt, dass dieselben überlasteten Einheiten am 20. September auch noch die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Legion organisieren, wie die Asociación Unificada de Militares Españoles (AUME) beklagt, der hat die Prioritäten gründlich verschoben. Diese Soldaten sind keine Kulisse für Staatszeremonien. Sie sind diejenigen, die die Krise abfedern – und das in verschimmelten Bunkerunterkünften.

Die Krätze in Ceuta ist kein Zufall. Sie ist das Resultat einer politischen Geringschätzung, die sich in verrottenden Räumlichkeiten, halbherzigen Protokollen und sturer Routine verwaltet. Das Verteidigungsministerium sollte nicht nur Behandlungswege und Früherkennung festlegen. Es sollte die Ursache beseitigen: Diese Soldaten gehören in menschenwürdige Unterkünfte, nicht in ein bekanntes Ungeziefer-Areal. Alles andere ist ein Offenbarungseid.

Quellen: 20 Minutos


Quelle: 20minutos.es

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