
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
KI-Gipfel bringt Europas Experten nach Granada
Granada wird in der letzten Oktoberwoche zum Schauplatz für die Zukunft der digitalen Verwaltung in Europa. Das vierte Andalusische KI-Kongress-Treffen, das unter dem Motto „Technologie, die dient. Menschen, die führen“ steht, bringt vom 26. bis 28. Oktober Fachleute aus dem gesamten Kontinent zusammen. Zeitgleich tagt dort die erste Vollversammlung des europäischen Projekts Eunomia.AI, dessen Federführung bei der Digitalagentur Andalusien (ADA) liegt.
Ein Zentrum für europäische Zusammenarbeit
Die zeitgleiche Ausrichtung beider Veranstaltungen ist kein Zufall. Die Regionalregierung sieht darin eine Bestätigung Granadas als „Pol für Wissen, Talent und Innovation“. Die Stadt beherbergt mit ANIA bereits das Zentrum für Künstliche Intelligenz Andalusien, von dem aus die Behörde den Einsatz von KI und Quantencomputing in der eigenen Verwaltung vorantreibt.
Das Projekt Eunomia.AI, an dem 33 Organisationen aus dreizehn EU-Staaten sowie Norwegen beteiligt sind, verfolgt ein klares Ziel: Es soll öffentlichen Einrichtungen in Europa ermöglichen, generative KI sicher und praktikabel in ihre Dienste zu integrieren. Die EU fördert das auf drei Jahre angelegte Vorhaben über das Programm „Digitales Europa“ zur Hälfte. Die Koordination durch die ADA verschafft Andalusien eine Schlüsselrolle in diesen europäischen Bemühungen um digitale Souveränität.
Von der Theorie in die Praxis
Der Kongress selbst startet am Montag mit einem öffentlichen Tag unter dem Titel „Talking About Artificial Intelligence“. Im Auditorium Manuel de Falla erwarten die Besucher unter anderem Vorführungen einer digitalen Zwillingstechnologie der Alhambra sowie Diskussionen über den Einsatz neuer Technologien im Denkmalschutz. Die Veranstalter verbinden damit auch eine Unterstützung für Granadas Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2031.
Ab Dienstag steht dann die Fachkonferenz im Palacio de Congresos im Mittelpunkt. Die Keynote mit dem Titel „Metamorphose“ übernimmt Pilar Manchón, eine führende Ingenieurin bei Google. Weitere Programmpunkte umfassen Debatten über souveräne europäische KI-Infrastrukturen und die Rolle der Mathematik. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Verwaltungen KI-Anwendungen tatsächlich im Alltag einsetzen können, statt nur darüber zu sprechen.
Brücke zu Unternehmen und Nachwuchs
Abseits der Bühne soll der Kongress auch den Kontakt zwischen Behörden und Start-ups fördern. Über das Programm „ADA Open Innovation Gates“ können 15 junge Unternehmen ihre Lösungen den Verantwortlichen für die digitalen Dienste der Regionalregierung präsentieren. Ein Karriere-Event soll zudem Studierende und Absolventen mit potenziellen Arbeitgebern zusammenbringen.
Wie die Regionalregierung mitteilt, knüpft die Veranstaltung an den Erfolg des Vorjahres an: 2025 kamen über 4.000 Teilnehmer, 140 Referenten und 138 Institutionen nach Granada. Die Zahlen unterstreichen, dass der Süden Spaniens zunehmend im Zentrum der europäischen Debatte über eine menschenzentrierte künstliche Intelligenz steht. Ein Abschlussbericht der EU-Kommission hob zuletzt hervor, dass solche regionalen Initiativen entscheidend für die Akzeptanz neuer Technologien seien.
Quelle: europapress.es