Illa schließt Baupakt mit 58 Gemeinden

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

Illa schließt Baupakt mit 58 Gemeinden

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die katalanische Regionalregierung treibt ihren Wohnungsbauplan voran: Regierungspräsident Salvador Illa hat am Freitag im Palau de la Generalitat eine zweite Runde von Kooperationsvereinbarungen mit Bürgermeistern aus 58 Gemeinden unterzeichnet. Insgesamt sollen auf diese Weise 1.529 öffentliche und bezahlbare Wohnungen entstehen, verteilt auf 91 Grundstücke, die die Kommunen zuvor in die öffentliche Bodenreserve eingetragen hatten.

Kleine Grundstücke, zentrale Vergabe

Die Besonderheit des Modells liegt in der Größe der Flächen: Auf den meisten Grundstücken sind maximal 20 Wohneinheiten vorgesehen. Weil viele Gemeinden weder über die technischen Kapazitäten noch über das Personal verfügen, um Ausschreibungen dieser Art selbst abzuwickeln, übernimmt die Generalitat die Vergabe der Baukonzessionen. Die Gemeinden übertragen ihrerseits die Oberflächenrechte für einen Zeitraum von 75 Jahren. Nach der Ausschreibung haben weitere Interessenten einen Monat Zeit, Angebote einzureichen, bevor der Zuschlag erteilt wird.

Unter den beteiligten Kommunen finden sich Städte wie Mataró, Santa Coloma de Gramenet, Igualada, Vic, Berga und Granollers in der Provinz Barcelona, Puigcerdà und Sant Feliu de Guíxols in Girona, Reus, Torredembarra, El Vendrell und Amposta in Tarragona sowie La Seu d'Urgell und Tàrrega in Lleida.

Vorbild erste Ausschreibungsrunde

Illa erinnerte daran, dass bereits im März eine erste Vereinbarungsrunde mit 31 Gemeinden für 566 Wohnungen unterzeichnet worden war. Derzeit werde zudem die zweite Ausschreibungsrunde geprüft, in der die Rathäuser mehr als 300 Grundstücke eingereicht hätten. Der Regierungschef verteidigte die Wohnungspolitik seines Kabinetts: Parallel zu regulatorischen Maßnahmen und Preisobergrenzen, die „funktionieren“, sei der Neubau öffentlicher Wohnungen entscheidend – und dabei seien die Gemeinden zentral, wenn sie Bauland bereitstellten.

Illa richtete zugleich Appelle an zwei Adressen: An die Bauwirtschaft, sich stärker zu engagieren, und an den Finanzsektor, die Finanzierung des Wohnungsbaus zu übernehmen. Mit Blick auf die Immobilienkrise von 2008 sagte er, die Banken hätten eine gesellschaftliche Pflicht, Kredite bereitzustellen – „mit gut gemachten Zahlen“, wie er betonte. Zudem ermunterte er die Bürgermeister, gezielt kleinere lokale Bauträger anzusprechen, nicht nur große Unternehmen.

„Mehr als ein Dach über dem Kopf“

Für die Gemeinden sprach Granollers' Bürgermeisterin Alba Barnusell. Die Vereinbarungen seien eine Antwort auf eine „dringende Notwendigkeit und eine langjährige Forderung der Kommunen“ angesichts einer der größten Herausforderungen Kataloniens: des Zugangs zu Wohnraum. Eine Wohnung sei weit mehr als ein Dach über dem Kopf – sie sei entscheidend für die Entwicklung der Gemeinden, für lebendige Viertel und den sozialen Zusammenhalt. „Wenn wir bezahlbaren Wohnraum bauen, bauen wir auch Gemeinden mit mehr Zukunft“, so Barnusell.

Mit dem Plan 50.000 verfolgt die Generalitat das Ziel, in der laufenden Legislaturperiode 50.000 öffentliche Wohnungen auf den Weg zu bringen. Die jetzt unterzeichneten Vereinbarungen sind ein Baustein dieses Vorhabens, das stark auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen als Bodenlieferanten setzt.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Barcelona & Katalonien & Mataro & Granollers & Igualada & Vic & Reus & Tarragona & Girona & Lleida