
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Haftbefehl gegen Vito Quiles
Die spanische Justiz geht gegen den polarisierenden Journalisten Vito Quiles vor. Ein Richter erließ einen Haftbefehl gegen ihn, wie aus Justizkreisen verlautet. Die Polizei suchte Quiles bereits an seinem Arbeitsplatz, konnte ihn dort jedoch nicht antreffen. Seine Anwälte teilten mit, dass Quiles plant, am Donnerstag eine Polizeidienststelle aufzusuchen, um den Sachverhalt zu klären. Eine offizielle Zustellung des Haftbefehls habe es bislang nicht gegeben, so die Kanzlei Ospina Abogados, die Quiles vertritt.
Mehrere offene Verfahren
Hintergrund der Festnahmeanordnung ist mindestens ein laufendes Strafverfahren. Quiles war nach dem großflächigen Stromausfall im April 2025 vor das Haus der Präsidentin des Stromnetzbetreibers Red Eléctrica, Beatriz Corredor, gezogen und hatte ihr öffentlich vorgeworfen, keine Verantwortung zu übernehmen. Welches Delikt genau Grundlage des Haftbefehls ist, ließen die Quellen offen. Bereits früher hatte Quiles mit zwei anderen Vorwürfen für Schlagzeilen gesorgt: Sowohl Begoña Gómez, die Ehefrau von Ministerpräsident Pedro Sánchez, als auch die politische Analystin Sarah Santaolalla erstatteten Anzeige wegen angeblicher Belästigung beziehungsweise eines Übergriffs. Beide Verfahren wurden vorläufig eingestellt.
Quiles spricht von politischer Verfolgung
In einem auf sozialen Netzwerken verbreiteten Video reagierte Quiles empört auf die Vorgänge. Er behauptet, die Polizei suche ihn ohne Angabe von Gründen: „Weder ich noch mein Anwalt wurden informiert. Wir wissen nicht, warum man mich festnehmen will.“ Die Beamten hätten bereits seine Wohnung und den Arbeitsplatz durchsucht. Quiles stellte die Frage in den Raum, ob es in einer gefestigten Demokratie normal sei, dass die Polizei Journalisten verfolge, nur weil sie der Regierung unbequem seien. Er sieht einen direkten Zusammenhang mit der Beschwerde von Begoña Gómez: „Die Regierung will das Foto meiner Festnahme. Das werden wir ihnen nicht liefern.“ Mit einem Seitenhieb auf den ehemaligen katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont, der lange der Justiz entkommen war, fügte er hinzu: „Vielleicht sind wir dann tagelang unterwegs.“ Die Behörden haben die Vorwürfe bislang nicht kommentiert. (Basierend auf Berichten von 20 Minutos)
Quelle: 20minutos.es