
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Granada treibt Sanierung historischer Gassen voran
Granadas Bürgermeisterin Marifrán Carazo hat die laufende Umgestaltung der Calle Santiago im Stadtviertel Realejo besichtigt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, fiel der Ortstermin mit dem Aufbringen der ersten Asphaltschicht zusammen. Die Arbeiten, die auch die angrenzenden Straßen Solares, Somosierra und Comendadoras de Santiago umfassen, sind demnach zu etwa 65 Prozent abgeschlossen und sollen planmäßig im Dezember enden.
Die Fortschritte sind entlang der Achse ungleichmäßig verteilt. Zwischen der Plaza del Realejo und der Straße Moral Alta gilt die Erneuerung als nahezu abgeschlossen, lediglich kleinere Abschlussarbeiten an den Baumscheiben stünden noch aus. Im folgenden Abschnitt bis zur Calle Salvador sind die zentralen Pflasterarbeiten erledigt. Die letzte Etappe zwischen Salvador und Ponce de León harrt hingegen noch der Verlegung des Belags auf der Seite der ungeraden Hausnummern sowie der endgültigen Oberflächengestaltung.
Carazo betonte den doppelten Anspruch des Projekts: „Wir verbessern die Zugänglichkeit und erneuern Infrastrukturen, die durch die Jahre gelitten haben“, sagte sie. Ziel sei es, den Anwohnern des Realejo komfortablere und sicherere Straßen zu bieten, ohne den historischen Charakter des Viertels anzutasten.
Technik im Untergrund
Im südlichen Bereich zwischen Ponce de León und Ave María sind die Bordsteine bereits gesetzt und die Gehwege betoniert. Die neue Trinkwasserleitung reicht bis zur Einmündung der Ave María; die Kanäle für Versorgungsleitungen entlang beider Gebäudefronten sind verlegt. Offen sind noch einige Anschlüsse der Wasserleitungen an querende Straßen. In der Comendadoras de Santiago wurden die Leitungen für Wasser, Abwasser, Straßenbeleuchtung und Strom erneuert.
Ausstehend sind unter anderem Arbeiten an einer Treppenanlage nahe der Fassade des Klosters. Zudem ist die Sanierung des Abwasserkanals in der Calle Santiago eingeplant. Diese soll ab Anfang November mithilfe des sogenannten Schlauchlining-Verfahrens erfolgen – einer Technik, bei der die Rohre von innen repariert werden, ohne die Fahrbahn aufreißen zu müssen. Die Stadtverwaltung verspricht sich davon geringere Belästigungen für die Bewohner. Die ausführende Firma Soluciona, Obras y Servicios S.L. steht nach eigenen Angaben in ständigem Austausch mit den Anwohnern.
Neues Pflaster, alte Seele
Ein Kernanliegen der Umgestaltung ist die Beseitigung von Hindernissen. Bislang blockierten schmale Gehwege und Höhenunterschiede Fußgänger. Abhilfe schaffen sollen sogenannte niveaugleiche Flächen, bei denen Fahrbahn und Gehsteig auf einer Ebene liegen. Die neuen Oberflächen sind an das Ambiente des Realejo angepasst: Lärmmindernder Asphalt wechselt sich mit rutschfestem Granitpflaster an Abschnitten mit besonders hohem historischem Wert ab. Zwischen der Plaza del Realejo und der Comendadoras de Santiago wird Granit fassadenseitig verlegt, um Fußgängern Vorrang zu geben. Die Gehwege erhalten hydraulische Platten, wie sie auch in der Calle Molinos verbaut sind.
Im Bereich der Calle Solares zwischen Santiago und Molinos ist eine vollständige Erneuerung der Fahrbahndecke sowie eine Plattform ohne Niveauunterschiede geplant. In der Calle Somosierra sorgt ein neuer Granitbelag für eine bessere Ableitung des Regenwassers. In der Comendadoras de Santiago wird der Raum neu geordnet, um Höhenunterschiede zu beseitigen und die Wege für Fußgänger zu verbessern. Die Zufahrten zu Wohnungen und Garagen bleiben erhalten.
Netze und Laternen
Koordiniert mit dem städtischen Wasserversorger Emasagra werden zudem die Ver- und Entsorgungsnetze saniert. Alte Leitungen mit Schäden und Undichtigkeiten werden ersetzt, um die Trinkwasserversorgung und die Ableitung von Schmutzwasser zu sichern. Die Straßenbeleuchtung wird auf LED-Technik umgestellt, wobei an bestimmten Punkten Laternen im traditionellen Stil des Realejo installiert werden. Zudem werden neue Kabelkanäle verlegt und ein Teil der oberirdischen Leitungen, insbesondere in der Comendadoras de Santiago, in den Boden verlegt. Das Projekt sieht zudem die Pflanzung von 16 neuen Bäumen und die Aufstellung von Stadtmobiliar vor. Die Maßnahmen zielen darauf ab, das Gehen in dem historischen Viertel zu erleichtern, ohne dessen unverwechselbare Identität zu verwischen, berichtet Europa Press.
Quelle: europapress.es