
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ein Tropfen auf den heißen Stein
232 Wohnungen? Das ist ein Witz
Es ist immer dasselbe Spiel: Eine Regierung verkündet stolz neue Wohnungen, und am Ende ist die Zahl so winzig, dass sie im Lärm der Krise untergeht. Jetzt also die Junta de Andalucía. Wie das Nachrichtenportal AxarquiaPlus berichtet, will die andalusische Landesregierung über ihre Wohnungsagentur AVRA im kommenden Jahr in der gesamten Provinz Málaga Boden für ganze 232 neue Wohnungen mobilisieren. Hinzu kommen 48 Einheiten in Algarrobo, die bereits 2025 vergeben wurden. Zusammen weniger als 300 Wohnungen für eine Provinz, deren Einwohnerzahl rasant wächst – während die Mieten auf Rekordhöhen klettern. Das ist kein Wohnungsbauprogramm, das ist ein Almosen.
Verkauf statt Bauen
Doch nicht nur die Zahl ist ein Skandal. Es ist das Prinzip dahinter. AVRA spricht von „mobilisieren“, meint aber „verkaufen“. Öffentlicher Boden wird an private Investoren verhökert, statt ihn für bezahlbaren Wohnraum zu nutzen. Insgesamt sollen 735 Immobilien mit einem Mindestwert von 124,3 Millionen Euro auf den Markt geworfen werden. Auf 327 Parzellen könnten nach Behördenangaben 3.678 Wohnungen entstehen – 2.964 davon „geschützt“. Doch geschützt heißt nicht gebaut. Ob die Wohnungen wirklich entstehen, hängt davon ab, ob Baufirmen genug Rendite wittern. Und die Rendite ist in Málaga bei teuren Eigentumswohnungen am besten, nicht bei Sozialwohnungen. Das Tafelsilber der Allgemeinheit wandert also in private Hände, und diejenigen, die am dringendsten eine Wohnung brauchen, schauen in die Röhre.
Und wer jetzt einwendet, der Staat könne nicht bauen, verkennt die Ausgangslage: Der Boden gehört bereits der Allgemeinheit. Man könnte ihn behalten, selbst entwickeln und dauerhaft sozial binden. Stattdessen wird das kostbarste Gut meistbietend versteigert. Die Consejera Rocío Díaz mag das als „Offensive“ verkaufen. In Wahrheit ist es eine Privatisierung des öffentlichen Grundstücksbestands. Dass ausgerechnet Málaga mit 232 Wohnungen weit hinter Cádiz (1.102), Huelva (692) oder Granada (624) zurückbleibt, ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Politik, die den Markt über die Menschen stellt. Selbst das Immobilienportal Idealista führt Málaga in seinen Mietpreisanalysen regelmäßig unter den teuersten Städten Spaniens.
Ein Tropfen, kein Wendepunkt
Wer die Wohnungskrise ernsthaft bekämpfen will, muss selbst bauen, nicht verkaufen. 232 Wohnungen für ganz Málaga sind ein Tropfen auf den heißen Stein – und ein Schlag ins Gesicht für alle, die hier längst aufgegeben haben, eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Quellen: AxarquiaPlus – Originalbericht | Idealista
Quelle: axarquiaplus.es