
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Der einsame Tod von Málaga
Da liegt er also, der Körper eines 43-jährigen Mannes, mitten in der Nacht auf dem Cortijo-de-Torres-Gelände in Málaga. Kein Kampf, keine Wunden, keine Fremdeinwirkung – nur ein Mensch, der aufgehört hat zu atmen. Die Polizei spricht von „keinen Anzeichen von Gewalt“. Na prima. Das soll uns also beruhigen? Mich nicht.
Wenn der Tod zur Verwaltungsangelegenheit wird
Es ist bequem, einen solchen Fall mit „kein Fremdverschulden“ abzuhaken. Doch wer genau hinschaut, erkennt das eigentliche Problem: Wir leben in einer Gesellschaft, in der ein Mann mitten in einer Großstadt sterben kann, ohne dass es jemandem auffällt. Bis um 1:10 Uhr jemand den Notruf wählt. Wie lange lag er da? Stunden? Tage? Wir wissen es nicht. Und genau dieses Nichtwissen ist der Skandal.
Die Beamten des 061 konnten nur noch den Tod feststellen. Mehr nicht. Keine dramatische Rettungsaktion, keine letzte Chance. Nur das stille Ende eines Lebens, das offenbar so unspektakulär war, dass es nicht einmal eine Schlagzeile verdient hätte – wäre da nicht die unbequeme Frage: Warum stirbt ein Mann in den besten Jahren auf einem Messegelände?
Die unbequeme Wahrheit über unsere Einsamkeit
Man könnte jetzt einwenden: „Was soll die Aufregung? Menschen sterben jeden Tag.“ Richtig. Aber es macht einen Unterschied, ob jemand im Kreis seiner Familie den letzten Atemzug tut oder allein auf einem verlassenen Messegelände, das tagsüber nach Popcorn und Jahrmarkt riecht und nachts nur noch Beton und Stille bietet.
Dieser Tod ist kein Kriminalfall. Er ist ein Sozialfall. Ein Symptom einer Gesellschaft, in der Kontakte oberflächlich werden, Nachbarschaften veröden und ein 43-Jähriger offenbar so wenig Anbindung hat, dass sein Verschwinden niemandem auffällt. Die Polizei hat ihre Arbeit getan, die Ermittlungen werden wohl schnell eingestellt. Doch die eigentliche Untersuchung, die müsste bei uns selbst anfangen.
Quelle
Málaga Hoy / Axarquía Plus berichtet über den Vorfall.
Quelle: axarquiaplus.es