
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Blocus-Einsatz: 1.440 Identifizierte, kaum Störungen
Show der Stärke ohne Wirkung?
Barcelona hat die Nacht vor Allerheiligen überstanden – und das lag nicht an der Einsicht der Randalierer, sondern an einem massiven Aufgebot der Polizei. Die Bilanz der Behörden klingt zunächst nach einem Erfolg: 1.440 Personen identifiziert, 127 Verwaltungsverfahren eingeleitet, unzählige Werkzeuge und Substanzen beschlagnahmt. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die eigentliche Wahrheit: Ganze drei Personen wurden festgenommen. Das ist keine Triumphmeldung, das ist ein Armutszeugnis für die Abschreckungswirkung des Staates.
Die Zahlen lügen nicht
Die Polizei mag betonen, dass es keine Krawalle gab. Das ist richtig, aber auch irreführend. Es war nicht die Staatsgewalt, die die Chaoten stoppen konnte – es war die pure Präsenz von hunderten Beamten, die den Aufmarsch der Gruppe 'Blocus' verhindert hat. Die Taktik der Behörden glich einem Belagerungszustand: Das Zentrum wurde abgeriegelt, die Beamten verfolgten die Lage aus dem operativen Koordinationszentrum. Doch die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Warum sind die Rädelsführer immer noch auf freiem Fuß?
Denn während die Polizei in Barcelona tausende Menschen kontrollierte, gelang im Hinterland ein Schlag gegen die Struktur – aber nur einer. Die Festnahme eines 21-Jährigen in Cabrera d'Anoia, der als Administrator einer der Kommunikationsgruppen der vergangenen Krawalle gilt, ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Man stelle sich vor: Ein einziger junger Mann koordiniert eine Gruppe, die eine ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzen kann. Wo sind die anderen? Wo ist das Netzwerk?
Die angebliche Ruhe ist trügerisch
Wer glaubt, dass die Halloween-Nacht ohne größere Zwischenfälle ein Sieg der Vernunft war, verkennt die Situation. Die Behörden haben nichts weiter erreicht, als die Störer vorübergehend zu vertreiben. Die Gruppe 'Blocus' hat bewiesen, dass sie mobilisieren kann – die Polizei hat gezeigt, dass sie nur reagieren kann. Die verhafteten Personen wurden nicht wegen geplanter Straftaten festgenommen, sondern weil gegen sie Haftbefehle vorlagen, oder weil eine Minderjährige sich gegen die Kontrolle wehrte.
Das ist keine Strategie, das ist Flickschusterei. Die Generalitat und die Führung der Mossos d'Esquadra unter der Leitung von Innenministerin Núria Parlon müssen sich fragen lassen, warum es immer wieder neue Wellen dieser Gruppen gibt, ohne dass die Strukturen dauerhaft zerschlagen werden.
Die Bilanz dieser Nacht ist eine Bankrotterklärung: 1.440 Kontrollen, 127 Verfahren und nur drei Festnahmen – davon keine wegen der eigentlichen Straftaten, die verhindert werden sollten. Die Bürger Barcelonas können sich nicht darauf verlassen, dass die Polizei jede Nacht mit dieser Intensität ausrücken kann. Die Politik muss endlich liefern, anstatt nur zu reagieren.
Wie die katalanische Polizei in einer Mitteilung berichtet, bleibt die Lage angespannt – und die nächste Mobilisierung kommt bestimmt.
Quelle: europapress.es