400 Beschwerden über Hitzeprobleme in Schulen erreichen Ombudsmann

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

400 Beschwerden über Hitzeprobleme in Schulen erreichen Ombudsmann

von Jonas Beck

Ombudsmann reagiert auf Hunderte Eingaben

Innerhalb weniger Wochen gingen beim spanischen Ombudsmann, Ángel Gabilondo, etwa 400 formelle Beschwerden über extreme Temperaturen in Schulgebäuden ein. Wie die Behörde mitteilte, stammt ein Großteil dieser Meldungen aus der autonomen Gemeinschaft Madrid. Die Institution bewertet die Situation als dringlich und fordert eine systematische Lösung, die über sporadische Einzelmaßnahmen hinausgeht und ausreichend finanziert ist.

Gesundheitsvorfälle in Madrids Schulen lösen Alarm aus

Konkrete Auslöser der Beschwerden sind nach Angaben der Federación de Asociaciones de Madres y Padres de Alumnado (FAPA) Francisco Giner de los Ríos gesundheitliche Vorfälle bei Kindern. In einem Gespräch mit dem Ombudsmann schilderte die Elternvertretung, dass Schülerinnen und Schüler in öffentlichen Schulen Madrids unter Symptomen wie Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel, Erbrechen und Anzeichen von Hitzschlägen litten. In der Folge seien Eltern aufgefordert worden, ihre Kinder frühzeitig abzuholen.

Die Präsidentin der FAPA Madrid, Carmen Morillas, führte diese Probleme auf strukturelle Mängel zurück. Vielen Schulen fehlten adäquate Beschattungseinrichtungen wie Jalousien, geschlossene Fenster sowie ein verbindlicher Plan und Budget für eine funktionierende Klimatisierung. Morillas bezeichnete ein Treffen mit Ombudsmann Gabilondo als "sehr fruchtbar".

Gescheiterte Gesetzesinitiative und ausstehende Reaktion der Politik

Die FAPA verwies im Zuge der Gespräche auf eine gescheiterte politische Initiative. So sei eine von den Eltern organisierte Volksgesetzesvorlage (ILP) mit über 70.000 gesammelten Unterschriften nach zweijährigem Verfahren schließlich an den Gegenstimmen der Parteien Vox und PP gescheitert. Diese Entwicklung wertete Morillas als "verpasste Chance gegenüber der Bürgerschaft".

Die aktuelle Lage bleibt laut Elternvertretung ungelöst. Nach einem Treffen mit der regionalen Bildungsministerin Mercedes Zarzalejo vor drei Wochen warte man weiter auf konkrete Antworten und Maßnahmen. "Jetzt liegt der Ball bei der Verwaltung", so Morillas.

Prüfverfahren werden auf nationaler Ebene fortgesetzt

Ombudsmann Ángel Gabilondo hat nach Auswertung der Beschwerden die Prüfung des Falls wiederaufgenommen. Wie von der FAPA-Seite bestätigt, plant seine Behörde, verschiedene Mitteilungen an die Madrider Regionalregierung zu richten. Gabilondo betonte die grundsätzliche Bedeutung des Themas: Es sei "unverzichtbar, sich dem Problem zu stellen, da es sogar das Recht auf eine qualitativ hochwertige Bildung unter angemessenen Bedingungen in Frage stellt."

Die Institution führt demnach offene Verfahren in mehreren autonomen Gemeinschaften und steht im Austausch mit dem nationalen Bildungsministerium, um zu dokumentieren, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden.


Quelle: 20minutos.es