
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Öffnung zweier antiker Stätten im Süden Spaniens
Vertragliche Absicherung für dauerhaften Zugang
Ab dieser Woche sind zwei archäologische Fundstätten in San Pedro Alcántara, einem Ortsteil von Marbella, dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich. Wie aus offiziellen Dokumenten hervorgeht, formalisierte die Stadtverwaltung von Marbella am Montag einen auf vier Jahre angelegten Vertrag mit dem auf Kulturguterhalt spezialisierten Unternehmen El Taller de Menia SC. Der Vertragswert liegt bei 145.009,57 Euro, was einer jährlichen Aufwendung von 36.252,36 Euro entspricht. Das Unternehmen ist verantwortlich für die Öffnung, Besucherinformation sowie die Reinigung und Instandhaltung beider Stätten.
Die Fundorte, die als Bienes de Interés Cultural (BIC) den höchsten Denkmalschutzstatus in Spanien genießen, werden von Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen geöffnet sein. Ausnahmen bilden lediglich der 11. Juni, der 19. Oktober sowie der 24., 25., 31. Dezember und der 1. Januar. Konkret bedeutet dies: Die Thermen Las Bóvedas in der Urbanisation Guadalmina sind von 9:00 bis 11:00 Uhr geöffnet. Die nur etwa 500 Meter westlich gelegene Basilika in Linda Vista Playa kann von 11:15 bis 14:00 Uhr besichtigt werden.
Strategische Ziele: Bildung, Erhalt und Tourismus
Die Maßnahme ist Teil einer gezielten Strategie zur Aufwertung des lokalen Kulturerbes. Der stellvertretende Bürgermeister von San Pedro Alcántara, Javier García, führte gegenüber der Presse aus, dass die Entscheidung aus der besonderen Sensibilität der Regierung für den historischen Fußabdruck der Vorfahren resultiere. Neben dem Schutzgedanken stehe die Vermittlung im Vordergrund. "Es ist summa cum laude wichtig, die Öffentlichkeit und insbesondere Schulkinder der Region durch altersgerechte Besuche für die Pflege unseres Erbes zu sensibilisieren", so García. Die touristische Komponente, etwa durch personalisierte oder geführte Gruppenführungen als kulturelle Alternative, werde dabei nicht vernachlässigt.
Die Ambitionen der Stadtverwaltung sind durch Zahlen unterlegt. Zwischen 2021 und Anfang 2025, einer Phase, in der El Taller de Menia bereits für die Stätten zuständig war, verzeichneten beide Orte durchschnittlich 4.500 Besucher pro Jahr. Viele davon waren Schulklassen und organisierte Gruppen. Laut García verfügt das beauftragte Unternehmen über die notwendige regionale Erfahrung, um mit der Komplexität der extensiven und hochgradig geschützten Stätten umzugehen. In den kommenden Wochen sind weitere Sicherungsmaßnahmen geplant: Die Beschilderung beider Fundorte wird erneuert und in den Thermen soll eine Alarmanlage installiert werden, wie sie bereits in der Basilika vorhanden ist.
Archäologische Einzigartigkeit der Fundorte
Die wissenschaftliche und historische Bedeutung der beiden Stätten ist beträchtlich. Die Basilika Vega del Mar ist eine der seltenen archäologischen Zeugnisse des frühen Christentums in Andalusien. Der etwa 1.500 Jahre alte Bau weist einen basilikalen Grundriss mit drei Schiffen, gegenüberliegenden Apsiden, einer Sakristei und einem Baptisterium auf. Das umgebende Gelände birgt eine Nekropole mit fast zweihundert Gräbern, die Beisetzungen aus verschiedenen Perioden und nach unterschiedlichen Riten aufweisen. Das Rathaus plant laut Angaben eine kurzfristige Schutzintervention für einige dieser Gräber.
Die römischen Thermen Las Bóvedas, die auf das 2. Jahrhundert datiert werden, gelten ebenfalls als außergewöhnlich. Sie gehören zu den eigenartigsten Fundstätten dieser Epoche in ganz Spanien. Bemerkenswert ist nicht nur der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand großer Teile der Struktur, sondern vor allem der ungewöhnliche achteckige Grundriss. Der Name der Thermen leitet sich von den gewölbten Decken ab, die die Anlage ursprünglich bedeckten. Bis heute sind die charakteristischen Räumlichkeiten einer römischen Badeanlage sowie ein sichtbares Hypokaust-System zur Beheizung mit warmer Luft erhalten.
Die Maßnahmen zeigen eine systematische Herangehensweise, bei der Denkmalschutz, öffentlicher Zugang und touristische Vermarktung miteinander verknüpft werden. Die Verantwortlichen setzen darauf, dass die dauerhafte fachkundige Betreuung die Bekanntheit der einzigartigen Stätten weiter steigern wird.