Marbella feiert seine Geschichte

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Marbella

Marbella feiert seine Geschichte

von Clara Weber

Eine Woche nach der Feria: Das Herz der Stadt schlägt für San Bernabé

Auch am vierten Tag der Marbella-Feria war die Altstadt gefüllt mit Leben und Farben. Der Grund: Die traditionelle Prozession zu Ehren des Stadtpatrons San Bernabé, die alljährlich an die friedliche Übergabe der Stadt an die Truppen der Katholischen Könige im Jahr 1485 erinnert. Exakt 28.228 Wochen ist dieses historische Ereignis nun her, das die Stadtgeschichte für immer veränderte.

Die Route der feierlichen Zeremonie folgte dabei klaren historischen Spuren. Sie endete, wie stets, an der Cruz del Humilladero. An dieser Stelle übergab der maurische Statthalter Mohammad Abuneza einst die Stadtschlüssel an König Ferdinand II. von Aragón. Dieser soll sich aus Dank für den unblutigen Sieg demütig vor dem Kreuz verneigt haben. Ein strategisch kluger Schachzug der Kastilier, denn nur wenige Wochen zuvor war bereits das schwer einnehmbare Ronda gefallen.

Historische Verbindungen und ein geschlossenes Rathaus

Interessanterweise war Ferdinands Gemahlin, Isabella I. von Kastilien, bei der Übergabe Marbellas nicht anwesend. Wie historische Quellen nahelegen, blieb sie in Córdoba, um den Nachschub für den Feldzug gegen das Nasridenreich von Granada zu organisieren – und brachte dort später ihre Tochter Catalina zur Welt. Diese sollte genau 24 Jahre später, ebenfalls an einem San Bernabé, Königin von England werden.

Ein kurzfristiger Umstand veränderte in diesem Jahr den Startpunkt der Prozession. Wegen Umbauarbeiten, die das historische Rathaus voraussichtlich bis August geschlossen halten, begann der Zug nicht wie gewohnt am Plaza de la Iglesia, sondern in der Calle Salinas. Die Traditionen selbst blieben davon jedoch unberührt.

Ehrungen im Zeichen des Stadtbanners

Ein zentrales Symbol der Feierlichkeiten war das “Pendón de Marbella”, eine Reproduktion des Banners, das die Katholischen Könige der Stadt 1493 verliehen. Getragen wurde es vom jüngsten Stadtrat, Alejandro González (PP) – eine Rolle, die er, unabhängig vom Ausgang der Kommunalwahlen 2027, mindestens noch einmal übernehmen wird, da die neue Stadtregierung zum nächsten San Bernabé-Fest noch nicht im Amt sein wird. Neben ihm marschierten weitere Lokalpolitiker, angeführt von Bürgermeisterin Ángeles Muñoz.

Der feierliche Zug, begleitet von der städtischen Blaskapelle und Mitgliedern der “Hermandad de Romeros de San Bernabé”, bewegte sich zur Kirche La Encarnación. Das Gotteshaus, das wahrscheinlich anstelle einer Moschee errichtet und 1505 geweiht wurde, ist dem Mysterium gewidmet, das das Königspaar besonders verehrte.

Eine Ärztin wird in ihrer Heimat geehrt

Der emotionale Höhepunkt für viele Anwohner spielte sich danach in der Calle Málaga ab. Hier erhielt Ana María Cerván de la Haba, eine renommierte Traumatologin und dreifache Siegerin des Extremlaufes “101 Kilómetros de La Legión” in Ronda, die Ehrenbürgerschaft ihres Viertels. Die Auszeichnung wurde von der Nachbarschaftsvereinigung “Huerto Porral” verliehen. “Es ist etwas ganz Besonderes, diese Ehrung hier in meinem Viertel, mit den Menschen zu erhalten, die Teil meines Lebens und meiner Erinnerungen sind”, sagte die sichtlich gerührte Cerván laut Berichten lokaler Medien. Sie widmete die Auszeichnung ihrer Familie, ihren Nachbarn und Patienten.

Nach diesem persönlichen Moment setzte sich die Prozession fort zum Cruz del Humilladero und kehrte schließlich für eine feierliche Messe zu Ehren San Bernabés und die anschließende Prozession mit der Statue des ewigen Stadtpatrons und Bürgermeisters zur Kirche zurück. Damit endete ein intensiver Vormittag, der Marbellas tief verwurzelte Geschichte und seine lebendige Gegenwart auf eindrucksvolle Weise verband.


Quelle: diariosur.es

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