Wann kommt der Epilepsie-Wirkstoff zurück?

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Wann kommt der Epilepsie-Wirkstoff zurück?

von Redaktion

Engpass bei Depakine – Ende in Sicht?

Für Menschen mit Epilepsie in der andalusischen Provinzhauptstadt ist die Situation seit über einem Monat angespannt: Das wichtige Medikament Depakine Crono 500 ist praktisch nicht mehr in den Apotheken zu finden. Wie aus Branchenkreisen verlautet, könnte sich die Lage ab dem kommenden Samstag, dem 2. Mai, allmählich entspannen. Diese Prognose stammt vom Hersteller Sanofi selbst, der sie dem spanischen Gesundheitsministerium mitgeteilt haben soll, wie die Großhandelsplattform Bidafarma gegenüber Medien berichtete. Allerdings gilt dieser Termin noch als vorläufig.

Eine lokale Krise mit internationalen Ursachen

Das Problem ist kein rein regionales. Der Hersteller hat seinen Sitz in Paris, was den Engpass zu einer internationalen Herausforderung macht. Die lokalen Verteiler sehen sich lediglich als „bloße Mittelsmänner“ zwischen Fabrik und Apotheke. Die Malagaer Vereinigung für Epilepsie (Amade) zählt derzeit nur noch acht Apotheken in der gesamten Stadt, die den Wirkstoff vorrätig haben – ein weiterer Rückgang gegenüber den ohnehin schon knappen Beständen der Vorwoche.

Ärzte warnen vor ernsten Gesundheitsrisiken

Fachleute schlagen Alarm. „Für Patienten, die chronisch auf diese Behandlung angewiesen sind, ist das eine alarmierende Situation“, heißt es von Amade. Dr. Jesús Romero Imbroda, Leiter der Neurologie am QuirónSalud-Krankenhaus in Malaga, unterstreicht die Gefahren. Ein instabiler Medikationsplan gefährde die Wirksamkeit der Therapie. Besonders kritisch sieht er erzwungene Wechsel zu anderen Präparaten. Zwar gebe es Generika mit dem gleichen Wirkstoff, doch seien diese nicht genau äquivalent. „Sie haben eine Schwankungsbreite, die bei einigen Patienten die epileptische Schwelle verändern und gefährlich werden kann“, so der Neurologe.

Er geht in seiner Sorge noch weiter und stellt eine drastische Frage: „Stellen Sie sich vor, ein Patient hat seine Tabletten nicht, erleidet einen Anfall und stirbt. Von wem fordern wir dann die Verantwortung ein?“ Seine Forderung: mehr Voraussicht und bessere Kommunikation an die behandelnden Ärzte, damit Therapien frühzeitig angepasst werden können.

Ein systemisches Problem mit kurzfristigen Lösungen

Auch der örtliche Apothekerverband bestätigt, dass Engpässe bei bestimmten Medikamenten kein Einzelfall sind. Die aktuelle Situation um Depakine sei jedoch besonders heikel, da es kaum wirksame Alternativen gebe. Bis die Lieferketten wieder stabil laufen, raten alle Experten betroffenen Patienten eindringlich, nur vorübergehend und ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht auf Ersatzpräparate zurückzugreifen. Das Ziel muss sein, das Risiko so lange zu minimieren, bis das Originalmedikament wieder regulär verfügbar ist.

Quelle: Informationen der Vereinigung Amade, Stellungnahmen von Bidafarma sowie des Neurologen Dr. Jesús Romero Imbroda.