Von häuslicher Gewalt zum Suizidversuch: Festnahme nach dramatischer Rettung

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Von häuslicher Gewalt zum Suizidversuch: Festnahme nach dramatischer Rettung

von Jonas Beck

Eine komplexe Ermittlung zu häuslicher Gewalt endete mit einer dramatischen Rettungsaktion und einer anschließenden Festnahme. Die Nationalpolizei konnte eine Verdächtige am Ende eines Einsatzes in Gewahrsam nehmen, nachdem es ihr zuvor gelang, den Selbstmordversuch der Frau zu verhindern. Die Hintergründe des Falls reichen mehrere Wochen zurück.

Ermittlungen der UFAM nehmen Fahrt auf

Nach Angaben der Polizei gingen bei der spezialisierten Einheit für Familie und Frauen (UFAM) Anfang Mai erste Informationen zu mutmaßlichen Misshandlungsvorfällen ein. Die Vorfälle sollen sich in einer Wohnung im Stadtteil Son Gotleu auf der Insel Mallorca ereignet haben. Die mutmaßliche Opferin, die Mutter der später Festgenommenen, schilderte den Beamten ein Muster an Gewalt.

Konkret machte die ältere Frau der Polizei gegenüber glaubhaft, von ihrer Tochter wiederholt körperlich geschlagen sowie verbal beschimpft und angebrüllt worden zu sein. In einigen Fällen sei sie, so die Vorwürfe, von der Verdächtigen in der eigenen Wohnung eingeschlossen worden, was ihr die Möglichkeit nahm, Hilfe von außen zu holen.

Der Zugriff und die lebensgefährliche Flucht

Basierend auf diesen Ermittlungserkenntnissen setzten die Beamten am 20. Mai einen Festnahmeplan um und suchten die genannte Wohnadresse auf. Dort trafen sie auf die gesuchte Frau. Wie die Behörden berichten, löste die Anwesenheit der Polizisten bei der Verdächtigen eine panische Reaktion aus.

Anstatt sich den Beamten zu stellen, flüchtete sie in die Küche der Wohnung. Dort versuchte sie, sich durch das Fenster in Sicherheit zu bringen – eine Handlung mit extrem hohem Risiko, da sich die Wohnung in etwa 35 Metern Höhe befand. Die Polizisten konnten die Frau in letzter Sekunde ergreifen, als bereits ihr Oberkörper aus dem Fenster ragte und sie offenbar den Sprung vollenden wollte.

Sicherstellung und rechtliche Folge

Nach der verhinderten Tragödie sicherten die Einsatzkräfte die Verdächtige und riefen einen Rettungsdienst zur medizinischen Versorgung an die Adresse. Die Frau wurde daraufhin zur weiteren Beobachtung und Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Nach ihrer medizinischen Versorgung wurde sie offiziell in Gewahrsam genommen. Sie steht im Verdacht, eine Straftat des Misshandlungsdelikts im familiären Umfeld begangen zu haben. Die Ermittlungen, so die Polizei, dauern an.


Quelle: europapress.es