Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Fünfmonatige Räumung der alten Gefängnisbesetzung abgeschlossen
Chronologie einer fünftmonatigen Räumungsaktion
Die vollständige Rückerlangung des ehemaligen Gefängnisgebäudes in Palma de Mallorca wurde am Donnerstag durch einen finalen Polizeieinsatz besiegelt. Wie der Bürgermeister der Stadt, Jaime Martínez, gegenüber Medien erklärte, wurden die letzten 67 Bewohner des Objekts von Einheiten der Polizei und der Nationalpolizei des Ortes verwiesen. Der Einsatz verlief nach offiziellen Angaben ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Mit dieser Aktion endet ein administrativer Prozess, der nach Angaben des Rathauses im Februar dieses Jahres eingeleitet wurde – also vor genau fünf Monaten. Die Behörden verfolgten das Ziel, den rechtswidrigen Wohnzustand in dem historischen Gemäuer zu beenden.
Entwicklung der Bewohnerzahlen und sozialer Aspekt
Die städtische Verwaltung hatte in der Hochphase der Besetzung 226 Personen registriert, die in dem leerstehenden Gefängniskomplex lebten. Die überwiegende Mehrheit verließ das Gebäude in den vergangenen Monaten freiwillig, bis nur noch die am Donnerstag geräumte Gruppe übrig blieb.
Für einen Teil der Betroffenen wurden Sozialmaßnahmen eingeleitet. Wie berichtet wird, werden etwa fünf Personen von der Stiftung La Sapiència und Caritas betreut, Organisationen, die dem Bistum Mallorca angegliedert sind. Ihnen soll neben einer vorübergehenden Unterkunft auch berufliche Begleitung und Ausbildung angeboten werden, um eine Arbeitsintegration zu erreichen. Die städtischen Sozialdienste haben zudem vier Fertigteilhäuser im Parque Central de Bomberos aufgestellt, in denen Betroffene für maximal zwei Nächte unterkommen können. Dieses Angebot nutzten zunächst 14 Personen.
Polizeiliche Maßnahmen und juristischer Rahmen
Bürgermeister Martínez bestätigte, dass im Vorfeld und am Morgen des Räumungstags mehrere Personen in und um das Gebäude festgenommen wurden. Er gab jedoch weder eine genaue Anzahl noch die mutmaßlichen Delikte an, verwies aber darauf, dass die Festgenommenen der Justiz vorgeführt wurden und in mindestens einem Fall eine Ausweisungsanordnung aus dem nationalen Hoheitsgebiet vorliege.
Andere Quellen, die dem Polizeieinsatz nahestehen, gaben gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press ein differenzierteres Bild. Demnach wurde am Donnerstag selbst lediglich eine Person festgenommen, und zwar aufgrund eines bestehenden Haftbefehls, der in keiner Verbindung zur Räumungsaktion stehe. In den Tagen zuvor habe es weitere Festnahmen in der Umgebung des Gebäudes gegeben. Ob es sich bei diesen Personen, von denen viele wegen Verstößen gegen das Ausländergesetz festgenommen wurden, um ehemalige Bewohner handelte, ist den Ermittlern zufolge unklar.
Die gesamte Räumungsaktion wurde durch ein Gericht in Palma autorisiert. Laut Aussage des Bürgermeisters verlief sie, verglichen mit ähnlichen Situationen, “friedlich und normalisiert”.
Offizielle Position und Ausblick
Für die Stadtverwaltung markiert der Tag das Ende einer über ein Jahrzehnt andauernden Epoche. “Es ist ein wichtiger Tag, nach 12 Jahren ist das alte Gefängnis leer, es ist vollständig geräumt. Es bleibt niemand mehr, außer dass sie punktuell Zugang erhalten können, um ihre Habseligkeiten abzuholen”, so Bürgermeister Martínez. Seiner Ansicht nach werde damit “die Normalität in das Viertel, die Gegend und ein Gebäude zurückgebracht, das nicht unter diesen Bedingungen und nicht auf diese Weise hätte besetzt werden dürfen”.
Mit der Übergabe des Objekts an die Eigentümer ist der fünftmonatige Räumungsprozess nun formal abgeschlossen. Die Zukunft der Immobilie ist damit wieder in die Hände der legalen Verantwortlichen gelegt.
Quelle: europapress.es