Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Abriß trotz Erhaltungsforderung
Methodische Zerstörung verhindert Erhalt
Am Donnerstagmorgen wurde in Palma de Mallorca der Turm der Villa „Cas Coronel“ im Stadtteil La Vileta mit schwerem Gerät dem Erdboden gleichgemacht. Diese Maßnahme erfolgte entgegen den Forderungen von Anwohnern und einer Bürgerinitiative, die den Bau wegen seines patrimonialen Wertes erhalten wollten.
Planwidriges Vorgehen und dokumentierte Vorwürfe
Wie die Vereinigung zur Revitalisierung der Altstadtzentren (ARCA) in einer Stellungnahme mitteilte, wurden die Arbeiten durchgeführt, ohne die im Bauplan vorgesehenen Schritte einzuhalten. Der Abriss sei „brutal“ vonstattengegangen und habe zu einem gefährlichen Herabfallen von Baumaterial geführt. Dadurch sei eine selektive Bergung von Bauteilen, wie sie gesetzlich vorgeschrieben sei, verhindert worden. Laut einem von ARCA vorgelegten Abbruchplan hätten zuvor bestimmte Elemente wie Schmiedeeisenarbeiten, Türen, Fenster, Rahmen oder Installationen fachgerecht ausgebaut werden müssen. Diese Auflagen seien, so der Vorwurf der Vereinigung, ignoriert worden. Das „einzige Ziel“ dieses „unethischen und gefährlichen“ Vorgehens sei es gewesen, „die Bürgerforderung nach Schutz zu unterlaufen“.
Kritik an institutionellem Versagen
Die Kritik richtet sich auch gegen die zuständigen Behörden. ARCA wirft der Abteilung für Kulturerbe des Inselrats von Mallorca eine „beschämende Untätigkeit“ vor, obwohl man sie bereits Ende Mai schriftlich auf den Fall hingewiesen habe. Gleichzeitig kritisiert die Vereinigung den Stadtrat von Palma für seinen „unzureichenden und löchrigen“ Katalog schützenswerter Gebäude. Dieses Vorgehen belege, so die Schlussfolgerung der Bürgerinitiative, eine tiefe Kluft zwischen den Institutionen und dem Willen der Bevölkerung, die ihr historisches Umfeld schätzt und bewahren möchte.
Quelle: Mitteilung der Associació per a la Revitalització dels Centres Antics (ARCA).
Quelle: europapress.es