Vierte Woche: Ärzteprotest in Baleares

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Vierte Woche: Ärzteprotest in Baleares

von Clara Weber

Streikaktion geht weiter

Die Ärzte auf den Baleares bleiben im Streik. Nach drei Wochen ohne Einigung mit dem spanischen Gesundheitsministerium über das vorgeschlagene neue "Estatuto Marco" startet nun die vierte Streikwoche. Die Protestaktion ist für die Tage vom 18. bis 22. Mai angelegt.

Wie die Regionalregierung (Conselleria de Salud) in einer Mitteilung bekannt gab, beginnt der Arbeitskampf um 00:00 Uhr am Montag und soll formell um 23:59 Uhr am Freitag enden. In Krankenhäusern mit Schichtsystem wird der Streik jedoch erst nach dem letzten Schichtwechsel des 22. Mai beendet, auch wenn dieser nach der formellen Uhrzeit liegt.

Diese Mindestdienste sind vorgesehen

Das IbSalut, das öffentliche Gesundheitsdienst der Inseln, hat einen detaillierten Plan für die notwendige Versorgung während der Streiktage erstellt. Die Regelungen sind komplex und variieren stark zwischen den verschiedenen Fachbereichen.

In den medizinischen Fachgebieten mit stationären Patienten sowie in den zentralen Dienstleistungen, die hospitalisierte Patienten betreuen, wird gegenüber den für Feiertage vorgesehenen Plänen ein zusätzlicher Facharzt pro Dienst im Morgenzug eingesetzt. Eine Ausnahme bildet der Anästhesie-Service: Hier werden zwei zusätzliche Fachärzte für die Morgen-Schicht vorgesehen.

Für ambulante Dienstleistungen, die an Feiertagen keinen Bereitschaftsdienst haben, wird die Anwesenheit eines Arztes im Morgendienst garantiert.

In den zentralen Dienstleistungen soll 30% des Personals für die reguläre Aktivität verfügbar sein. Der Radiofísica-Service (Strahlenphysik) muss mit 50% der regulären Besetzung arbeiten, ebenso wie der Dienst für Hämatologie und Hämotherapie (Bluterkrankungen und Bluttransfusionen).

Kritische Bereiche werden vollständig versorgt

Die Gesundheitsbehörde stellt klar, dass in Bereichen, die als kritisch oder für Notfälle eingestuft sind, eine 100%ige Versorgung gewährleistet wird. Dies soll die geplanten Aktivitäten und die Kontinuität laufender Therapien sicherstellen.

Konkret gilt dies für lebenswichtige Dienstleistungen wie Onkologie (Krebstherapie), medizinische und radiotherapeutische Hämatologie, onkologische Chirurgie, Notaufnahmen, Dialyse, Tagkliniken und die Krankenhausapotheke. Hier wird auch eine ordnungsgemäße Rotation der stationären Patienten sichergestellt.

Für lokalisierte Bereitschaftsdienste ("guardia localizada") werden Mindestdienstpläne in der gleichen Personalstärke festgelegt, wie sie normalerweise für diese Aktivität in den betreffenden Zentren und Dienstleistungen vorgesehen ist. Diese Fachkräfte sollen eine angemessene medizinische Versorgung in Fällen von außergewöhnlicher, unvorhergesehener Dringlichkeit garantieren, die nicht vom verfügbaren Personal in diesem Moment bewältigt kann.

Besondere Regelungen für die Primärversorgung

Die Versorgung in der Grundversorgung (Primärarzt) wird ebenfalls nach einem speziellen Schema organisiert.

Im Morgenzug (08:00 bis 15:00 Uhr) vom 18. bis 22. Mai wird in jedem Gesundheitszentrum ein Arzt und ein Kinderarzt (Pediatra) eingesetzt. In Zentren mit mehr als 20.500 Gesundheitskarten müssen zwei Ärzte und ein Kinderarzt verfügbar sein.

Im Nachmittagsdienst (15:00 bis 20:00 Uhr) muss ein Arzt und, wenn vorhanden, ein Kinderarzt da sein.

Im kontinuierlichen Versorgungsdienst (PAC) von 15:00 bis 23:59 Uhr über den gesamten Streikzeitraum müssen alle Ärzte und Kinderärzte, die diesen Dienst normalerweise bieten, verfügbar sein.

In Not- und Rettungsdiensten wie dem SUAP (Servicio de Urgencias de Atención Primaria) und dem 061 (Emergency Number) muss aufgrund ihrer spezifischen Natur die Deckung in allen Gesundheitsdienstleistungen 100% betragen.

Medizinische Interns (MIR) haben aufgrund der spezifischen Eigenschaften ihres Arbeitsverhältnisses keine festgelegten Mindestdienstverpflichtungen.

Hintergrund des Streiks

Der Ärzteverband der Baleares (Simebal-CESM) führt die Streiks weiterhin durch, da nach seinen Angaben keine Antwort vom Gesundheitsministerium oder der Zentralregierung erfolgt ist, um mit dem Streikkomitee zu verhandeln.

An jedem Streiktag finden um 08:30 Uhr Kundgebungen in den verschiedenen Krankenhäusern der Inseln statt. Diese sollen die Ärzte und Fachkräfte unterstützen, die die Mindestdienstpläne abdecken.

Die Streiks richtet sich gegen das sogenannte "Estatuto Marco", ein Rahmengesetz für medizinische Berufe, das vom spanischen Gesundheitsministerium vorgeschlagen wurde. Die Ärzte auf den Baleares und in anderen Regionen sehen in diesem Statut eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen und eine Gefährdung der Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung.

Quelle: Mitteilung der Conselleria de Salud der Baleares und Informationen des Sindicado Médico de Baleares (Simebal-CESM)


Quelle: europapress.es