Valencia weist sichere Bauflächen aus

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Valencia weist sichere Bauflächen aus

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein Jahr nach der Flut: Valencia will Vertrauen zurückgewinnen

Die Region Valencia zieht nach der verheerenden Flutkatastrophe vom Oktober 2024 die Konsequenzen – und wagt zugleich den Blick nach vorn. Die Generalitat, die Regionalregierung, hat ein vielbeachtetes Gutachten vorgelegt: Auf dem Reißbrett entsteht, was die Menschen in den betroffenen Gebieten dringend brauchen: bezahlbarer und vor allem sicherer Wohnraum.

Das von der Regionalverwaltung in Auftrag gegebene und nun präsentierte technische Gutachten geht auf eine akribische Auswertung der Flutkartierung zurück. Das Ergebnis ist eine Zahl, die für Aufsehen sorgt: 1.642 Hektar Fläche im Großraum Valencia gelten als nachweislich nicht überflutungsgefährdet. Diese Fläche bietet nach Berechnungen der Experten Platz für mehr als 138.000 Wohneinheiten. Hinzu kommen rund 1.600 Hektar für Industrie und Logistik, ein Signal an Unternehmen, in der Region zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen.

Ein neues Kapitel in der Stadtplanung

Der Präsident der Generalitat, Juanfran Pérez Llorca, präsentierte die Studie als Paradigmenwechsel. Sein Credo: Bauen und Schutz sind keine Gegensätze mehr. Das Gutachten, erarbeitet mit dem renommierten Stadtplaner Alejandro Escribano und in Kooperation mit den Kommunen des Großraums, versteht sich nicht als Freifahrtschein für Beton, sondern als strategische Landkarte. Sie soll den 86 untersuchten Gemeinden mit ihren insgesamt 1.951 Quadratkilometern Analysefläche helfen, kluge Entscheidungen zu treffen – hin zu kompakten Siedlungen in der Nähe bestehender Infrastruktur, mit Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, und weg von jeder Risikozone. So will man die Leute davon überzeugen, dass ein neues Zuhause an einem neuen Ort auch ein sicheres Zuhause ist, und Selbstständigen den Mut geben, ihre Läden und Betriebe wieder zu eröffnen.

Die Reaktionen zeigen: Das Thema bewegt. María José Catalá, die konservative Bürgermeisterin von Valencia, bezeichnete das Gutachten als logischen und notwendigen dritten Schritt nach der Aktualisierung des Hochwasserschutzplans Patricova und der Planung von Flutungsparks. Die Flut habe auf grausamste Weise demonstriert, dass man mit den Werkzeugen von gestern nicht die Städte von morgen bauen dürfe.

Doch der Teufel steckt im Detail: Die Generalitat betont, der Plan sei keine automatische Umwidmung von Land. Er sei eine Entscheidungshilfe – mehr nicht. Genau hier liegt die Krux. Kritiker könnten einwenden, dass eine Studie allein kein einziges Fundament gießt. Die eigentliche Bewährungsprobe folgt in den Rathäusern, wo über Bebauungspläne entschieden wird. Ein weiterer Knackpunkt bleibt das Wasser. Pérez Llorca machte unmissverständlich klar, dass all das Bauen nur dann sinnvoll ist, wenn parallel die hydraulische Infrastruktur massiv nachgerüstet wird: Rückhaltebecken, Flussbegradigungen, die Beseitigung von Hindernissen, die den Wasserfluss bremsen. Die Zusammenarbeit mit der Flussgebietsbehörde Júcar sei hierfür essenziell, betonte er.

Valencia sucht also die Quadratur des Kreises: mehr Wohnraum, mehr Sicherheit, mehr wirtschaftliche Dynamik. Das Gutachten liefert die Datengrundlage für eine Debatte, die in ganz Spanien mit Spannung beobachtet wird. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich daran messen lassen, ob aus der Karte von heute die Wohnviertel von morgen entstehen, ohne dass die Angst vor dem nächsten Unwetter bleibt. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, liegt die Verantwortung für die Umsetzung nun bei den Kommunen – und das ist eine Chance, die sie beim Schopfe packen sollten.

Quelle: Eigene Recherche und Berichterstattung der Nachrichtenagentur Europa Press (EP).


Quelle: europapress.es

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