Unbegrenzte Streiks im Palma-Flughafen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Unbegrenzte Streiks im Palma-Flughafen

von Jonas Beck

Abbruch der Verhandlungen führt zur Wiederaufnahme des Arbeitskampfs

Die Verhandlungen zwischen der Dienstleistungsfirma für mobilitätsbeeinträchtigte Passagiere (PMR) und dem Betriebsrat am Flughafen Palma de Mallorca wurden am Montagabend abgebrochen. Dies führte dazu, dass der bereits für Montag angekündete, zunächst suspendierte Streik am Dienstag wiederaufgenommen wurde. Wie der Betriebsratsvorsitzende Jairo Aranda gegenüber Europa Press erklärte, hatte die Firma eine Fortsetzung der Streiksuspension gefordert, ohne dabei neue Verhandlungspositionen vorzulegen. Die Belegschaft entschied sich mit einer Mehrheit von 85 Prozent dafür, den Streik zu beginnen. Auf diese Entscheidung reagierte die Firma laut Aranda mit dem Abbruch der Gespräche und der bereits über das Wochenende erreichten Vereinbarungen.

Der Streik wird als partieller, unbegrenzter Streik durchgeführt und folgt einem wochenabhängigen Zeitplan. An Dienstagen wie dem 26. Mai wird zwischen 05:00 und 07:00 Uhr, von 12:00 bis 14:00 Uhr sowie von 18:00 bis 20:00 Uhr gestreikt. An Samstagen ist ein Vollstreik über 24 Stunden vorgesehen.

Systematische Verstöße gegen Vereinbarungen als Kernkonflikt

Die Belegschaft führt den Arbeitskampf aufgrund einer Reihe von langfristigen, ungelösten Problemen. Als Hauptursache nennt der Betriebsrat die Nichtumsetzung eines früheren Streikaufhebungsabkommens. In diesem waren verbindliche Commitments zur Turnusveröffentlichung, zur Stabilisierung der Arbeitszeiten und zur Information des Betriebsrats festgehalten worden. Laut den Angaben der Gewerkschaftsvertreter bleiben diese Vereinbarungen bis heute unerfüllt.

Ein konkretes Symptom dieser Missstände ist die Praxis der täglichen, oft spontanen Arbeitszeitausweitungen für teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter. Der Betriebsrat hat dokumentierte Zahlen vorgelegt: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 9.000 Stunden in solcher Form zusätzlich gearbeitet, oft mit kurzfristiger Anweisung. Im April 2024 belief sich diese Zahl bereits auf über 1.800 Stunden. Einzelne Mitarbeiter hatten zwischen Januar und April dieses Jahres bis zu 95 Überstunden geleistet. Diese Zahlen belegen, laut der Gewerkschaftsvertreter, eine strukturelle Unterbesetzung und ein System, das auf permanente Verfügbarkeit und Improvisation setzt.

Sicherheitsrisiken und psychische Belastung

Neben arbeitsorganisatorischen Problemen werden auch konkrete Sicherheitsdefizite angeprangert. Wie aus dem Bericht des Betriebsrats bekannt wurde, existieren technische Reports, die Risiken in den auf dem Vorfeld verwendeten Fahrzeugen identifizieren. Diese umfassen Gefahren bei Arbeiten in der Höhe, Probleme mit Zugangsplatformen und andere Sicherheitsmängel. Trotz der Kenntnis dieser Reports sind die Probleme, laut der Gewerkschaftsvertreter, bisher ungelöst.

Zusätzlich fordert die Belegschaft seit Monaten spezifische Studien zur psychischen Belastung. Besonders in konfliktreichen Situationen, wie bei Personalknappheit und Passagieranstauungen, erfahren Mitarbeiter laut ihren eigenen Angaben regelmäßig Druck, verbale Aggressionen und tägliche Stresssituationen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Vereinbarung eines Protokolls zur digitalen Trennung nach Arbeitsende. Die Firma nutzt nach Gewerkschaftsangaben regelmäßig Telefonate, Messages und Kommunikation außerhalb der Dienstzeit, um Stunden anzubieten, Dienstleistungen zu modifizieren oder operative Instruktionen zu geben – ohne eine klare, mit der Belegschaft vereinbarte Regelung.

Die permanente Modifikation von Dienstplänen erschwert laut den Streikenden auch eine minimale Organisation von Ruhezeiten, Urlaubsplanung und familiären Verpflichtungen. Der Abbruch der Verhandlungen deutet darauf hin, dass eine kurzfristige Lösung dieser systematischen Probleme nicht in Aussicht steht. Der unbegrenzte Streik wird somit fortgesetzt.

(Quelle: Betriebsratsvorsitzender Jairo Aranda gegenüber Europa Press; interne Daten des Betriebsrats)


Quelle: europapress.es