Spaniens Hoteliers erwarten einen robusten Sommer

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Spanien

Spaniens Hoteliers erwarten einen robusten Sommer

von Clara Weber

Die spanische Hotellerie blickt trotz internationaler Spannungen und einer erneut anziehenden Inflation optimistisch auf die kommende Sommermonate. Der Branchenverband Cehat hat gemeinsam mit der Unternehmensberatung PwC seine aktuelle Prognose vorgelegt. Das Fazit: Die Vorzeichen stehen auf Wachstum, auch wenn Urlauber tiefer in die Tasche greifen müssen.

Reservierungsstand und Preisniveau

Nach einem Frühjahr, in dem die Einnahmen der Hotels im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zulegten, rechnen die Betreiber nun mit einem „robusten“ Sommergeschäft. Die Zuversicht stützt sich vor allem auf den guten Stand der Direktbuchungen. Wie Cehat mitteilt, liegen die Umsätze aus diesen Vorab-Reservierungen für die nächsten drei Monate um 19 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Dieser Anstieg ist maßgeblich auf gestiegene Zimmerpreise zurückzuführen. Der durchschnittliche Übernachtungspreis kletterte von 194 auf 202 Euro. Die Auslastung bleibt mit rund 35 Prozent für Juli, 28 Prozent für August und 42 Prozent für September nahezu identisch zum Vorjahr. Die Hoteliers begründen die Preissteigerung mit verbesserten Serviceleistungen. „Der zufriedene Gast ist bereit, für die Leistung zu zahlen“, erklärte José Antonio Domínguez, Tourismusexperte bei PwC.

Stabile Nachfrage aus dem In- und Ausland

Cehat-Präsident Jorge Marichal zeigte sich erfreut über die anhaltende Nachfrage. „Anders als noch im vorherigen Bericht sehen wir, dass der Verbraucher weiterhin auf unser Land setzt, wenn es um Urlaubsplanung geht.“ Er betonte die Wahrnehmung Spaniens als stabiles Reiseziel in unsicheren internationalen Zeiten. Marichal zufolge verbessert sich die Branche auf Basis eines bereits sehr guten Jahres 2025 weiter.

Das hohe Niveau der Frühjahrsmonate bestätigt diesen Trend: Die Auslastung lag bei 69 Prozent, die Einnahmen pro Zimmer stiegen um sechs Prozent, während die Preise um fünf Prozent anzogen.

Ein weiterer Grund für den Optimismus ist das anhaltende Wachstum der Quellmärkte. Die Zahl der Flugverbindungen nach Spanien soll zwischen Juli und September um 6,1 Prozent zulegen. Besonders stark fällt das Plus mit Großbritannien (7,7 Prozent) und Italien (10,8 Prozent) aus. Marichal erklärte das starke italienische Interesse mit saisonalen Modetrends. Auch die internationale Lage könnte laut dem Verbandspräsidenten dazu führen, dass mehr spanische Urlauber im eigenen Land verreisen.

Trotz allem bleibt der internationale Gast der wichtigste Faktor. Allein zwischen April und Mai nächtigten 12,6 Millionen ausländische Reisende in spanischen Hotels – ein Plus von 2,5 Prozent. Besonders dynamisch zeigten sich die Märkte Osteuropa (plus neun Prozent), die Niederlande (plus 6,8 Prozent) und die USA (plus 6,6 Prozent).

Herausforderungen und Forderungen

Trotz der guten Aussichten mahnte Marichal an, die weitere Entwicklung des Sektors aktiv zu gestalten. Die Branche müsse sich hin zu einem nachhaltigeren und innovativeren Tourismusmodell bewegen. In diesem Zusammenhang forderte er die Regionalregierungen auf, die Regulierung von Ferienwohnungen entschlossen anzugehen. „Die Unkontrolliertheit ist direkt proportional zur Überfüllung“, warnte er. Hintergrund ist die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, das zentrale Registrierungssystem der Zentralregierung zu kippen.

Kritik übte Marichal zudem an der Flughafenbetreiberin Aena. Die neuen Grenzkontrollen für Reisende aus Nicht-Schengen-Staaten führten zu langen Wartezeiten. Der Hotelverbandschef forderte mehr Personal und eine bessere Infrastruktur: „Stellen Sie Mittel bereit, schaffen Sie Platz, installieren Sie Klimaanlagen und Toiletten – und kontrollieren Sie, was kontrolliert werden muss. Aber die Systeme müssen funktionieren.“


Quelle: 20minutos.es