
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Setenil unter Spaniens schönsten Dörfern
Einzigartige Architektur überzeugt Besucher
Die andalusische Gemeinde Setenil de las Bodegas hat einen Platz in der Liste der zehn schönsten Dörfer Spaniens für 2026 ergattert. Wie die Vereinigung „Los pueblos más bonitos de España“ mitteilt, landet der Ort auf Rang neun und ist damit das einzige andalusische Dorf in der Wertung. Die Besucher gaben dem weißen Dorf in der Sierra de Cádiz eine Durchschnittsnote von 4,67 von 5 möglichen Punkten.
Damit liegt Setenil vor dem kastilischen Pedraza in der Provinz Segovia. Die Bewertungen stammen von Urlaubern, die ihre Eindrücke auf der Plattform der Vereinigung hinterlassen haben. Das Besondere an dem kleinen Ort mit rund 2.500 Einwohnern: Viele Häuser, Bars und Geschäfte sind direkt in die Felsen gebaut. Die Straßen Cuevas del Sol und Cuevas de la Sombra sind dafür das bekannteste Beispiel – benannt danach, ob die Sonne die Häuserzeilen erreicht oder nicht.
Bürgermeister sieht Bestätigung der Arbeit
Rafael Vargas, Bürgermeister der Gemeinde, zeigt sich erfreut über die Auszeichnung. Für ihn ist die Platzierung neben namhaften Tourismusorten wie Albarracín in Teruel oder La Alberca in Salamanca eine Anerkennung der täglichen Arbeit der Verwaltung. „Wir kümmern uns darum, dass Straßen und Dienstleistungen in optimalem Zustand sind, obwohl während der Woche tausende Besucher kommen“, betont Vargas.
Der Rathauschef verweist in diesem Zusammenhang auf den Spagat zwischen Tourismus und Alltag der Anwohner. Man habe etwa zusätzliche Parkplätze für Anwohner geschaffen und die Zufahrt für Reisebusse beschränkt. Das helfe, den Verkehr im engen historischen Zentrum zu entzerren und das Zusammenleben zu erleichtern.
Mehr Qualität statt Masse
Vargas setzt auf nachhaltigen Tourismus, der das Dorf nicht überfordert. Die vielen Arbeitsplätze rund um das Reisegeschäft würden zudem dafür sorgen, dass die Bevölkerung nicht abwandert – ein Problem, das viele ländliche Regionen im Landesinneren kennen.
Ein weiterer Schritt in diese Richtung: Das örtliche Hotel der Kette Tugasa wird von drei auf vier Sterne aufgestockt. Nach Angaben des Bürgermeisters sollen auch die Zimmerzahl und damit die Kapazität für Übernachtungen wachsen. Denn wer im Dorf schläft, gibt auch abends Geld aus – ein wichtiger Faktor für die lokale Wirtschaft.
Geschichte und Kultur rund um die Felsen
Setenil kann aber mehr bieten als die spektakulären Felswohnungen. Der Torre del Homenaje und eine unterirdische Zisterne erinnern an die mittelalterliche Vergangenheit. Die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Encarnación ist ein Beispiel spätgotischer Renaissance-Architektur, dazu kommen drei Einsiedeleien. Archäologische Funde belegen, dass die Gegend schon in der Jungsteinzeit besiedelt war.
In der Gesamtwertung führt Albarracín (Teruel) die Liste an, gefolgt von La Alberca (Salamanca) und Alquézar (Huesca). Dahinter reihen sich Santillana del Mar (Kantabrien), Trujillo (Extremadura), Frías (Burgos), Peñalba de Santiago (León) und Aínsa (Huesca) ein. Setenil belegt Platz neun und wird von Pedraza abgerundet.
Quelle: europapress.es