
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Rücktritt nach archivierter Mobbinguntersuchung
Rückzug und Vorwürfe
Lara Hernández, bislang Koordinatorin der Bewegung Sumar, hat am Mittwoch ihren sofortigen Rücktritt von allen Parteiämtern und ihren Austritt aus der Partei erklärt. Anlass ist die Einstellung einer internen Untersuchung gegen sie. Der Vorwurf: Sie habe Mitarbeiter der Partei gemobbt. Hernández bestritt die Anschuldigungen stets und bezeichnete sie als Teil einer orchestrierten Verleumdungskampagne. "Alles ist falsch. Ich bin unschuldig, ich habe nie jemanden gemobbt", sagte sie auf einer Pressekonferenz.
Zeitlicher Ablauf und politischer Kontext
Die interne Untersuchung wurde am vergangenen Sonntag eingestellt, wie Hernández mitteilte. Begründung: Mangel an Beweisen. Ursprünglich hatten sich bis zu acht Personen als mutmaßliche Opfer gemeldet, die jedoch ihre Anschuldigungen nicht aufrechterhielten. Die Beschwerde war von sechs hochrangigen Parteifunktionären eingebracht worden. Hernández kritisierte, dass die Vertraulichkeit des Verfahrens gebrochen und sie so öffentlich vorverurteilt worden sei, ohne sich verteidigen zu können.
Die Einstellung erfolgte nur zwei Tage vor Ablauf der Frist für die Einreichung von Kandidaturen zur bevorstehenden Parteiversammlung. Wie das Nachrichtenportal 20 Minutos berichtet, fällt der Termin der Versammlung auf den 11. Juli. Bereits am 26. Juni hatten Rosa Martínez, Staatssekretärin für soziale Rechte, und Verónica Martínez, Sprecherin von Sumar im Kongress, ihre gemeinsame Kandidatur für die neue Parteiführung bekannt gegeben – der einzige Wahlvorschlag für die anstehende Abstimmung.
Hernández verzichtete darauf, mögliche Drahtzieher der Kampagne namentlich zu nennen. Sie erklärte lediglich, die "Tatsachen sprächen für sich selbst". Gegenüber denjenigen, die das Verfahren gegen sie angestrengt hätten, sagte sie: "Die Bezeichnungen für diese Personen können sie sich selbst geben."
Öffentliche Entschuldigung und persönliche Konsequenzen
Die zurückgetretene Koordinatorin bat öffentlich um Entschuldigung für das "Schauspiel", das die Partei in den vergangenen Monaten geboten habe. Sie betonte, ihr Gewissen sei rein, und kündigte ihre Rückkehr auf eine Stelle als Gymnasiallehrerin an. Die Politik verlasse sie jedoch nicht. Sie wolle weiterhin "zum Wiederaufbau des linken Raumes" beitragen, inmitten der anstehenden Neugründung von Sumar mit Blick auf die nächsten Parlamentswahlen.
Auf die Frage nach einem möglichen Vertrauensverlust gegenüber Yolanda Díaz, der Gründerin von Sumar und ehemaligen Koordinatorin, antwortete Hernández, sie habe sich von Díaz "in keiner Weise" im Stich gelassen gefühlt. Díaz hatte 2024 die Parteiführung niedergelegt und sich seit Wochen nicht mehr zu den internen Vorgängen geäußert.
Chronik einer Parteikrise
Der Rücktritt von Lara Hernández ist der vorläufige Höhepunkt einer Serie von Führungswechseln bei der Bewegung Sumar, die Yolanda Díaz als Motor des gleichnamigen Wahlbündnisses gegründet hatte. Seit Díaz' Abgang hat die Partei an Gewicht innerhalb der Koalition verloren, zu der auch IU, Más Madrid und die Comuns gehören. In nur eineinhalb Jahren verließen der Ko-Koordinator, die Nummer drei und zwei Kommunikationssekretäre die Partei. Zuvor hatte bereits die ehemalige Organisationssekretärin Laura Moreno ihren Rücktritt erklärt und dabei schwere Vorwürfe gegen Hernández erhoben, was die interne Untersuchung erst ins Rollen brachte. Elizabeth Duval und David Comas hatten in den letzten Wochen öffentlich Kritik an der damaligen Koordinatorin geübt.
Quelle: 20minutos.es