Patientenombudschaft fordert Ermittlungen nach falschen Krebsbefunden

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Patientenombudschaft fordert Ermittlungen nach falschen Krebsbefunden

von Clara Weber

Nach bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen in der südspanischen Provinz Málaga hat eine Patientenvertretung rechtliche Schritte gefordert. Die Vereinigung El Defensor del Paciente richtete einen Antrag an die dortige Staatsanwaltschaft und verlangt, Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Screening-Programms und der beteiligten Labore einzuleiten.

Vorfall durch “technische Störung” ausgelöst

Wie die andalusische Gesundheitsbehörde mitteilte, führte eine “technische Störung” zu einer ungewöhnlich hohen Zahl positiver Ergebnisse bei Tests auf verstecktes Blut im Stuhl. Diese werden im Rahmen des gesetzlichen Darmkrebsscreenings durchgeführt. Das Laborpersonal habe die Abweichung selbst bemerkt und unverzüglich eine Überprüfung der Verfahren eingeleitet, wie das Gesundheitsministerium der Region Andalusiens erklärte. Der technische Fehler sei inzwischen behoben.

Die Patientenombudsstelle bewertet den Vorfall jedoch deutlich schwerwiegender. In einer Stellungnahme, über die unter anderem Málaga Hoy berichtete, bezeichnete sie die Vorgänge als “äußerst gravierend”. Die Vereinigung wirft die Frage auf, wie viele Fälle tatsächlich in ganz Andalusien aufgetreten sein könnten, wenn bereits in Málaga von einer “unbestimmten Anzahl” die Rede ist.

Forderung nach umfassender Aufklärung und sofortigen Maßnahmen

Nicht nur eine strafrechtliche Untersuchung wird gefordert. El Defensor del Paciente verlangt vom Andalusischen Gesundheitsdienst (SAS) auch die vollständige Offenlegung aller relevanten Daten. Dazu zählen die genaue Anzahl der nicht durchgeführten Tests, eine Liste aller betroffenen Patienten, die internen Protokolle sowie etwaige Prüfberichte.

Als dringende Vorsichtsmaßnahme fordert die Vereinigung, dass der SAS unverzüglich alle Patienten mit “zweifelhaft-negativem” Befund zu einer Wiederholung des Tests und gegebenenfalls zu einer Koloskopie einbestellt. Bisher hatte die Behörde lediglich ein Überprüfungsverfahren für Personen mit positiven Testergebnissen aktiviert, um diesen eine Testwiederholung anzubieten.

Hintergrund: Das Darmkrebsscreening in Spanien

Die Früherkennung von Darmkrebs durch regelmäßige Screening-Programme gilt als eine der effektivsten Maßnahmen in der Krebsvorsorge. In Spanien werden je nach Region Einwohner ab einem bestimmten Alter schriftlich zur Teilnahme eingeladen und erhalten einen Test auf okkultes Blut im Stuhl zugesandt. Ein positives Ergebnis ist ein wichtiger Hinweis und führt in der Regel zu einer weiteren Abklärung durch eine Darmspiegelung. Falsch-positive Befunde können daher nicht nur massive psychische Belastung für die Betroffenen bedeuten, sondern auch das Vertrauen in solche Vorsorgesysteme erschüttern.

Die nun geforderten Ermittlungen sollen klären, ob bei dem technischen Problem oder im gesamten Prozess Fahrlässigkeit vorlag. Bis dahin bleibt für viele Patienten die Unsicherheit, ob ihr Testergebnis zuverlässig ist.


Quelle: malagahoy.es

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