Papst Leon XIV. mahnt zu Versöhnung in Montserrat

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

Papst Leon XIV. mahnt zu Versöhnung in Montserrat

von Jonas Beck

Appell gegen verbale Gewalt in sozialen und politischen Räumen

Papst Leon XIV. hat in einer Rede in der Abtei von Montserrat scharfe Kritik an einer von Verletzung und Spaltung geprägten gesellschaftlichen Kommunikationskultur geübt. Im Anschluss an ein gemeinsames Rosenkranzgebet wandte er sich am Mittwoch an die Gläubigen und forderte einen bewussten Verzicht auf „verletzende Worte, vorschnelle Urteile, üble Nachrede und Verleumdungen“. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Europa Press rief er dazu auf, dem Hass Hoffnung und Frieden entgegenzusetzen.

Das Evangelium als Maßstab für einen respektvollen Diskurs

In seiner Ansprache, die er abwechselnd auf Katalanisch und Spanisch hielt, bezog sich der Pontifex explizit auf die Lehren Jesu als Wegweiser für Barmherzigkeit und Versöhnung. Gleichzeitig warnte er vor der oft verdeckten Gewalt, die in Worten und Haltungen liegen könne. „Die erniedrigende Kritik, die zerstörende Verurteilung und die spaltende Aggressivität“ würden von einer Gesellschaft des Respekts entblößen, so der Papst. Diese verborgene Gewalt verdecke häufig eigene Verletzungen, Ängste oder das erlittene Unrecht, wie er präzisierte.

Montserrat als Symbol der Einheit und des unvoreingenommenen Empfangs

Der Papst verknüpfte seine Botschaft eng mit der Symbolik des Wallfahrtsortes. Die als „La Moreneta“ verehrte Schwarze Madonna von Montserrat zeige das Jesuskind auf ihrem Schoß – ein Bild der Wehrlosigkeit und bedingungslosen Liebe. Dies, so Leon XIV., sei eine Einladung, die „Panzerung abzulegen, die das Herz nach und nach verhärtet hat“. Die von der Madonna gehaltene Weltkugel stehe für eine geschwisterliche Gemeinschaft, die niemanden ausschließe und in der Einheit stärker sei als jede Spaltung.

Der Abt von Montserrat, Manel Gasch, dankte dem Papst im Anschluss für sein „Zeugnis zugunsten alles Menschlichen“ und die Klarheit, mit der er jegliche Form von Gewalt anprangere. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass alle katalanischen Christen, ob physisch anwesend oder im Geiste, den Papst in Katalonien willkommen heißen würden. Der Ort selbst, so Gasch, stehe mit seiner tausendjährigen monastischen Tradition allen Besuchern offen, mit dem Wunsch, dass sie als Pilger weiterziehen mögen.

Der Besuch schloss sich an die Worte von Papst Franziskus über Montserrat an, den sein Nachfolger zitierte und der den Ort mit „tiefgreifenden Bekehrungen“ wie der des Ignatius von Loyola in Verbindung brachte. Die Mauern der Abtei, so Leon XIV. abschließend, bewahrten die Freuden und Sorgen unzähliger Gläubiger und hätten über die Jahrhunderte die himmlischen Stimmen des Knabenchors, der Escolania de Montserrat, gehört.


Quelle: europapress.es

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