
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Oliva kämpft mit den Folgen der Unwetter
Die Aufräumarbeiten in der valencianischen Gemeinde Oliva laufen auf Hochtouren, doch das Ausmaß der Zerstörung wird für viele erst jetzt richtig sichtbar. Nach dem Durchzug der DANA „Adam“ kehren die Anwohner in ihre Häuser zurück und müssen feststellen, dass ihr Hab und Gut größtenteils nicht mehr zu retten ist. „Wir hatten das Haus gerade erst renoviert und haben jetzt alles verloren“, „Alles muss weg“ – solche Stimmen sind in den betroffenen Straßen allgegenwärtig.
„Alles schwamm“
Eine Anwohnerin namens Laia berichtet, dass sämtliche Einrichtungsgegenstände im Erdgeschoss unbrauchbar seien. Möbel seien aufgequollen, das Sofa durchnässt, selbst Kühlschrank und Stühle müssten entsorgt werden. Da sie ursprünglich aus einem weiter entfernten Dorf stammt, erfuhr sie erst durch Nachbarn von dem Ausmaß der Katastrophe. Am Dienstagmorgen kehrte sie zurück, um mit dem Putzen zu beginnen und den zurückgebliebenen Schlamm zu beseitigen – für sie der erste Tag, an dem ein Betreten des Hauses überhaupt möglich war.
Ein anderer Bewohner, Julio, beschreibt die Lage ebenso dramatisch: „Im Haus stand mehr Wasser als draußen.“ Seine Renovierung lag gerade einmal ein Jahr zurück. Innerhalb von zwei Stunden stieg das Wasser in seiner Wohnung auf über eineinhalb Meter, weshalb er sich zu einer Nachbarin im zweiten Stock rettete. Als er sein Zuhause wieder betrat, schwammen seiner Schilderung nach sämtliche Möbel umher – „sogar Sofas und Betten trieben auf dem Wasser, alles war ein einziges Desaster“. Neben der Trauer über den Verlust kritisiert er jedoch auch die mangelnde Unterstützung: „Bisher kam niemand von den Behörden vorbei, um uns zu sagen, wie es weitergehen soll.“ Es gebe zwar wichtigere Probleme, aber ein paar Richtlinien zur Schadensbeseitigung hätte er sich schon gewünscht.
Schnelle Flucht mit Baby und Haustieren
Für Pau und seine Familie kam die Flut besonders überraschend. Zunächst hielt er die Lage für harmlos, doch das Wasser stieg rasant. Gemeinsam mit seiner Frau, dem sechs Monate alten Sohn sowie Hund und Katze flüchtete er nach oben zur Nachbarin. Die Fahrzeuge standen bereits nach einer halben Stunde unter Wasser. Nachdem die Militäreinheit UME die Familie am Montag evakuiert hatte, verbrachten sie die Nacht bei seiner Mutter. Erst jetzt kann Pau versuchen, wenigstens etwas zu reinigen – doch er zieht ein ernüchterndes Fazit: „Alles ist für die Tonne.“
Campingplatz meldet Millionenschäden
Auch der örtliche Campingplatz Kikopark ist schwer getroffen. Geschäftsführer José Fasquet spricht von Regenfällen „ohne Präzedenzfall“, die jeden Kontroll- und Präventionsmechanismus gesprengt hätten. Etwa 300 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden, wobei die Evakuierungsprotokolle laut Fasquet einwandfrei funktionierten – es gab keine Verletzten. Materiell sei die Lage jedoch „kritisch“. Die gesamte Anlage stand über einen Meter unter Wasser, viele Wohnmobile und Autos der Gäste hätten schwere Motorschäden davongetragen. Man arbeite nun mit den Versicherungen daran, die Fahrzeuge reparieren zu lassen und den Betrieb Schritt für Schritt wieder aufzunehmen. Das Verhalten der Urlauber während der Krise beschreibt er als vorbildlich und kooperativ. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, steht eine konkrete Schadenssumme noch aus – die Dimensionen der Zerstörung seien schlichtweg „unendlich“.
Quelle: europapress.es