Nach drei Monaten: AVE zwischen Málaga und Madrid rollt wieder

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Nach drei Monaten: AVE zwischen Málaga und Madrid rollt wieder

von Redaktion

Eingeschränkter Betrieb nach monatelanger Unterbrechung

Am Donnerstag, den 30. April, verkehrt erstmals wieder ein direkter Hochgeschwindigkeitszug (AVE) zwischen Málaga und Madrid. Die Wiederaufnahme des Betriebs markiert das Ende einer fast dreimonatigen Unterbrechung, die auf zwei schwere Unfälle zurückgeht. Die vollständige Normalität ist jedoch noch nicht erreicht, wie aus Unterlagen der staatlichen Infrastrukturgesellschaft Adif hervorgeht.

Zunächst wird der Verkehr nur auf einem Gleis möglich sein. Zudem gelten vorübergehende Geschwindigkeitsbeschränkungen, die die Reisezeit auf über drei Stunden verlängern – mindestens 15 Minuten länger als im regulären Fahrplan. Laut einer Erklärung von Adif wird der eingleisige Betrieb mindestens bis zum Sommer anhalten. Die vollständige Instandsetzung der zweiten Strecke und eines zentralen Weichenstellers werde voraussichtlich bis zum Jahresende dauern.

Chronologie eines aufwendigen Bergungseinsatzes

Die Probleme auf der Strecke begannen am 18. Januar mit einem tödlichen Unfall in Adamuz (Provinz Cordoba), der erste Umleitungen und Busse nötig machte. Die entscheidende Unterbrechung folgte jedoch am 4. Februar. Wie die Behörden damals mitteilten, lösten sintflutartige Regenfälle des Tiefs „Leonardo“ im Bereich Álora (Provinz Málaga) einen gewaltigen Erdrutsch aus. Eine 300 Meter lange und 15 Meter hohe Stützmauer brach, verschüttete die Gleise unter etwa 200.000 Kubikmetern Erdreich und beschädigte Oberleitung und Strommasten.

Aufgrund der anhaltenden Instabilität des Geländes konnten die Bergungsarbeiten erst Ende Februar beginnen. Mit einem Großaufgebot an schwerem Gerät und im 24-Stunden-Schichtbetrieb räumten bis zu 75 Arbeiter die Massen ab. Als die Gleise am 11. März freigelegt waren, schien eine baldige Öffnung möglich. Eine technische Untersuchung ergab jedoch, dass der verbliebene Rest der Stützmauer unsicher war und fast vollständig abgetragen werden musste. Dieser Umstand verzögerte die Wiedereröffnung über die Osterwoche hinaus, wie der Präsident von Adif später einräumte.

Operative Konsequenzen und Fahrplanänderungen

Die mehrwöchige Sperrung zwang die Bahnbetreiber zu Notfallplänen. Wie Renfe, die staatliche Eisenbahngesellschaft, mitteilte, war sie das einzige Unternehmen, das in dieser Zeit einen eingeschränkten Service mit Busersatzverkehr zwischen Antequera und Málaga aufrechterhielt. Diese Maßnahme wurde laut Angaben des Unternehmens bis zum 22. April von über 275.000 Passagieren genutzt.

Mit der teilweisen Streckenfreigabe kehren nun auch die privaten Konkurrenten Ouigo und Iryo zurück. Die Gesamtkapazität bleibt jedoch deutlich reduziert. Statt der zuvor 26 täglichen Verbindungen pro Richtung werden nur noch 15 angeboten. Renfe stellt davon neun, die privaten Anbieter jeweils maximal drei.

Weitreichende Verbindungen werden wiederhergestellt

Die Wiederinbetriebnahme der kritischen Strecke bei Álora hat auch Auswirkungen auf Fernverbindungen. Renfe gibt bekannt, dass zeitgleich die direkten AVE-Verbindungen von Málaga nach Zaragoza und Barcelona wiederaufgenommen werden. Für diese Strecken seien ab sofort Tickets buchbar.

Die umfangreichen Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten, die der Verkehrsminister Oscar Puente als „Werk mit Schnauzbart“ („obra de bigotes“) bezeichnete, haben sich über 86 Tage erstreckt. Obwohl der Zugverkehr nun rollt, bleibt die Infrastruktur anfällig. Adif betont, dass der eingleisige Betrieb bei Störungen zu erheblichen Verspätungen führen könne.