
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Morenos Pflege-Fiasko
Die Ausrede ist gestorben
Juanma Moreno hat sich jahrelang hinter der leeren Kasse versteckt. „Zu wenig Geld vom Bund“, hieß es immer dann, wenn wieder ein Mensch in Andalusien starb, bevor er die Pflege erhielt, die ihm zusteht. Doch dieser Vorwand ist nun endgültig hinfällig. Der Bund hat geliefert – exakt 954 Millionen Euro zusätzlich fließen 2026 und 2027 nach Andalusien. Das sind 318 Millionen mehr im laufenden Jahr, 636 Millionen mehr im kommenden. Eine historische Finanzspritze, wie selbst die PSOE einräumt. Jetzt müsste Moreno liefern. Tut er nicht.
Wie axarquiaplus.es berichtet, sind es Daten, die man sich nicht schönreden kann: 49.513 Menschen stehen in Andalusien auf der Warteliste für Pflegeleistungen, die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines Antrags beträgt 446 Tage. In diesem Jahr sind bereits 2.204 Pflegebedürftige gestorben, während sie auf die Hilfe der Junta warteten. Allein in der Provinz Málaga, wo die Liste besonders lang ist, waren es 441 Todesfälle. Keine Zahl, kein Schicksal – nein, das sind Familien, die ihre Angehörigen verloren haben, während ein konservativer Präsident die Hände in den Schoß legte.
Wo bleibt das Geld?
Die PSOE fordert jetzt konkret, die Mittel in drei Bahnen zu lenken: erstens die Wartelisten abbauen und Bürokratie killen, zweitens die häusliche Pflege, Tagesstätten und Heimplätze ausbauen, drittens die Arbeitsbedingungen der Pflegerinnen verbessern. Das ist nicht ideologisch, das ist das Minimum, das man erwarten darf, wenn man den Menschen Steuergelder abnimmt. Der sozialistische Abgeordnete José Luis Ruiz Espejo spricht Klartext: „Diese Finanzierung lässt keine Ausreden mehr zu. Andalusien erhält von allen Regionen am meisten – das Geld muss bei den Bedürftigsten ankommen.“
Moreno hingegen schweigt. Er mauert. Er tut so, als gäbe es kein Problem – dabei wartet die Pflege-Wüste Andalusiens nur darauf, dass endlich ein Regierungschef die Schaufel in die Hand nimmt. In Málaga etwa harren 9.000 Familien aus. Sie warten auf einen Bescheid, auf eine Hilfe, auf ein Zeichen der Menschlichkeit. Doch die Junta zeigt weder das eine noch das andere.
Kein Verwaltungsproblem – ein Skandal
Die Landesregierung kann sich nicht mehr hinter mangelnden Zuständigkeiten oder fehlenden Finanzen verstecken. Der Bund hat seine Hausaufgaben gemacht: Seit dem 23. Juni gilt ein neues Gesetz zur Stärkung der Pflege, das bis 2027 den Bundesanteil auf 50 Prozent der Kosten hebt. Das ist politischer Wille. Und wenn Moreno jetzt nicht handelt, dann ist das kein Verwaltungsproblem – es ist blanker politischer Unwille.
Die PSOE in Andalusien übt zu Recht massiven Druck aus. Die Landesvorsitzende in Málaga, Estefanía Martín Palop, sagt es messerscharf: „Jetzt hat Moreno das Geld, das er verlangt hat. Jetzt muss er es auch einsetzen. Für die 9.000 Familien in Málaga. Für die 49.513 in ganz Andalusien. Für die, die noch leben und nicht auch noch sterben sollen.“ So ist es. Die Pflege ist kein Luxus, den man sich leistet, wenn die Haushaltslage es erlaubt. Sie ist ein Grundrecht. Und wer es verweigert, macht sich mitschuldig.
Quelle: axarquiaplus.es
Quelle: axarquiaplus.es