Erdbebenserie erschüttert Granada – Hunderte Notrufe

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Granada

Erdbebenserie erschüttert Granada – Hunderte Notrufe

von Clara Weber2 Min. Lesezeit

Die Region um die südspanische Stadt Granada ist am Dienstagvormittag von einer Serie teils kräftiger Erdbeben erschüttert worden. Die Notrufzentrale der andalusischen Notfallagentur verzeichnete innerhalb weniger Stunden mehr als 500 Anrufe – viele Menschen berichteten, die Erdstöße deutlich gespürt zu haben.

Mehrere Beben in kurzer Zeit

Das Nationale Geographische Institut (IGN) registrierte in nur zwei Stunden insgesamt sieben Erdstöße, drei davon mit einer Magnitude von über 4,0. Den Anfang machte um 10:37 Uhr ein Beben der Stärke 4,8 mit Epizentrum in der Gemeinde Gójar, nur wenige Kilometer südlich der Provinzhauptstadt. Wenig später folgten Erdstöße in Churriana de la Vega (Magnitude 3,9) und Alhendín (Magnitude 4,2). Auch im Laufe des Vormittags gab es weitere Nachbeben, darunter ein Beben mit Magnitude 4,0 in Alhendín.

Wie die andalusische Notfallagentur mitteilt, konzentrierten sich die Anrufe auf die Metropolregion Granada, doch auch aus den Nachbarprovinzen Málaga, Córdoba und Jaén gingen Meldungen ein. Das Gesundheitsnotrufzentrum 061 meldete zwölf Einsätze – überwiegend handelte es sich um Angstzustände, Schwindel oder Ohnmachtsanfälle. Eine Minderjährige wurde von einem herabfallenden Ziegel getroffen, aber nur leicht verletzt.

Schäden an Gebäuden und Infrastruktur

Die meisten Schäden beschränkten sich auf Risse in Wänden, abgebrochene Gesimse und herabgestürzte Baumaterialien. In der Gemeinde Cájar stürzten Dächer und Schornsteine mehrerer Häuser ein. Eine Frau erlitt dabei eine Schnittwunde an einem Glas und musste medizinisch versorgt werden. Auch in Alhendín verletzte sich eine Frau, als sie während des Erdstoßes stürzte und sich am Arm verletzte. Die Behörden meldeten zudem mehrere Fälle, in denen Menschen nicht selbstständig ihre Wohnungen verlassen konnten.

Behörden rufen zur Besonnenheit auf

Der Vizepräsident der andalusischen Regionalregierung, Antonio Sanz, hat das Krisenkoordinationskomitee einberufen und sich nach Granada begeben, um sich ein Bild der Lage zu machen. „Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen“, erklärte Sanz. „Wenn das Haus keine Schäden aufweist und niemand medizinische Hilfe benötigt, ist es am sichersten, in der Wohnung zu bleiben, um weitere Risiken zu vermeiden.“

Die Notfallagentur weist darauf hin, dass die Risikostufe für seismische Gefahren in der Provinz Granada bereits seit August erhöht ist. Für die Bevölkerung gelten konkrete Verhaltensregeln: Während eines Bebens Schutz unter stabilen Möbeln suchen, Aufzüge meiden und nach dem Erdstoß Gas-, Wasser- und Stromleitungen überprüfen. Verletzte sollten umgehend den Notruf 112 alarmieren, betont die Behörde.


Quelle: axarquiaplus.es

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