
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
17 Kilo Kokain in Vallecas entdeckt
Zufälliger Fund mit Folgen
Es war eine Routinekontrolle, die ein ganzes Drogenlager auffliegen ließ. Zivilpolizisten beobachteten am 18. September gegen 13 Uhr einen Mann, der in der Calle Doctor Sánchez in Puente de Vallecas hastig ein Mehrzweckgebäude verließ und mit einer Supermarkttüte in einen Mini stieg. Die Beamten ahnten offenbar sofort, dass hier etwas nicht stimmte – und sollten recht behalten.
Wie die Europa Press berichtet, versuchte der Verdächtige noch, die Tüte im Fond des Wagens zu verstecken. Doch als die Polizisten sich zu erkennen gaben, wurde ein zweiter Mann aus demselben Portal aufmerksam und eilte zum Fahrzeug. Er behauptete, der Wagen gehöre ihm – eingetragen sei er allerdings auf einen Freund. Diese Schutzbehauptung wirkte wenig glaubhaft.
Eine Wohnung als "Kinderstube" des Drogenhandels
Die anschließende Durchsuchung förderte Erstaunliches zutage: In der Supermarkttüte befanden sich etwa 500 Gramm Kokain und 400 Gramm MDMA in Tablettenform. Für die Ermittler war schnell klar: Das kann nicht alles gewesen sein. Sie beantragten beim zuständigen Gericht einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung, aus der beide Männer gekommen waren – und bekamen ihn am späten Abend.
Dass die beiden Festgenommenen zunächst bestritten, in dem Gebäude zu wohnen, half ihnen wenig. Ein Schlüsselbund aus ihren Habseligkeiten führte die Polizei direkt zur richtigen Tür. Um 22.45 Uhr stand fest, womit die Behörden es hier zu tun hatten: In der Wohnung lagerten stolze 17 Kilogramm Kokain, dazu 550 Gramm Tusi, beinahe 50 Gramm Ketamin und mehr als 300 Gramm MDMA.
Ausstattung wie für den Großhandel
Die Liste des Beschlagnahmten liest sich wie das Inventar eines professionellen Drogenumschlagplatzes: Feinwaagen, vakuumierte Beutel und diverses Werkzeug zum Abpacken und Verteilen fanden die Beamten vor. Diese Wohnung sei als sogenannte „Guardería“ genutzt worden – ein Lager, in dem die Ware zwischengelagert wurde, bevor sie in den Straßenverkauf ging.
Für die beiden Venezolaner im Alter von 22 und 24 Jahren endet die Geschichte nun voraussichtlich vor Gericht. Ihnen droht eine Anklage wegen eines Verbrechens gegen die öffentliche Gesundheit. Der Fall zeigt einmal mehr, wie professionell und organisiert der Drogenhandel in Madrids Randbezirken agiert – und dass es manchmal nur eine verdächtige Supermarkttüte braucht, um ein ganzes Netzwerk ins Wanken zu bringen.
Quelle: europapress.es