
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Mietpreisexplosion erfasst Malagas Umland
Die Dynamik steigender Mietpreise hat in der südspanischen Provinz Málaga eine neue Dimension erreicht. Während der Fokus lange auf den zentralen Küstenorten lag, belegen nun erstmals amtliche Daten eine flächendeckende Preisspirale im gesamten Großraum. Eine neu veröffentlichte, experimentelle Statistik des Nationalen Statistikinstituts (INE) liefert dafür eine belastbare Grundlage. Im Gegensatz zu Marktportalen basieren die INE-Zahlen auf den Steuererklärungen bei der Agencia Tributaria und bilden somit die tatsächlich gezahlten Mieten, einschließlich Vertragsverlängerungen, ab. Sie zeigen die prozentuale Preisentwicklung seit 2015, dem Wendepunkt nach drei Jahren fallender Mieten.
Alarmierende Spitzenwerte im Landesvergleich
Die Auswertung der Zahlen offenbart einen klaren Hotspot. Die Gemeinde Alhaurín el Grande verzeichnet mit einem Plus von 38,3 Prozent den höchsten Mietpreisanstieg in ganz Andalusien und den dritthöchsten in ganz Spanien. Lediglich Ocaña (Provinz Toledo) und Riba-roja de Turia (Provinz Valencia) liegen mit je 40 Prozent noch darüber. Die Entwicklung in Alhaurín el Grande ist exemplarisch: Laut dem Portal Idealista stieg der Quadratmeterpreis von 7 Euro im April 2015 auf 16,2 Euro im April 2024. Die INE-Statistik zeigt zudem, dass allein in den letzten fünf Jahren (2019-2024) die Preise um fast 20 Prozentpunkte nachlegten.
Dieser Trend ist kein Einzelfall. Die Provinz Málaga dominiert die Rangliste der Gemeinden mit den stärksten Mieterhöhungen. Auf Alhaurín el Grande folgen in der andalusischen Top-Five Estepona (+34,2%), Álora (+33%) und Coín (+32,9%). Bemerkenswert ist Álora, das 2024 mit einem Jahresplus von 7,3% die kräftigste aktuelle Beschleunigung verzeichnete. Selbst die Stadt Málaga selbst liegt mit einem Anstieg von 32,6% deutlich über den landesweiten Durchschnittswerten.
Provinz Málaga als nationaler Preistreiber
Die aggregierten Daten unterstreichen die herausragende Position der Provinz. Mit einer durchschnittlichen Mieterhöhung von 30 Prozent in der Dekade ist Málaga die Provinz mit dem zweithöchsten Anstieg in Spanien, nur übertroffen von Valencia (32,7%). Auch die Stadt Málaga belegt unter den Provinzhauptstädten Rang zwei (32,7%), wiederum hinter Valencia. Die andalusische Durchschnittssteigerung von 23% und der nationale von 22% werden in der Region deutlich übertroffen. Konkret finden sich in der nationalen Top-20-Liste der Gemeinden über 10.000 Einwohner elf Orte aus der Provinz Málaga, darunter auch Tourismuszentren wie Benalmádena, Torremolinos, Mijas und Marbella.
Die Analyse des INE ermöglicht auch eine feinräumige Betrachtung innerhalb der Stadt Málaga. Hier verzeichneten die Bezirke Ciudad Jardín (+39,1%) und Palma-Palmilla (+38,8%) die extremsten Zuwächse. Zudem differenziert die Statistik zwischen neuen und bestehenden Verträgen. Bei bestehenden Mietverträgen verzeichnet Málaga den zweithöchsten Anstieg landesweit (26%), bei neuen Verträgen den dritthöchsten (46%). Diese Daten belegen, dass der Preisdruck im gesamten metropolitanen Raum allgegenwärtig ist und nicht mehr auf klassische Küstenenklaven beschränkt bleibt.