Mietpreis-Drama auf den Balearen verdrängt Selbstständige

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Mietpreis-Drama auf den Balearen verdrängt Selbstständige

von Redaktion

Doppelbelastung durch Mieten

Die wirtschaftliche Luft für Selbstständige auf den Balearen wird immer dünner. Eine aktuelle Analyse der Union de Profesionales y Trabajadores Autónomos (UPTA) kommt zu einem klaren Befund: Die grassierende Bodenspekulation treibt sowohl die Laden- als auch die Wohnungsmieten in schwindelerregende Höhen und drängt damit die lokalen Gewerbetreibenden zunehmend aus den Stadtzentren.

Preissprünge von bis zu 45 Prozent

Wie aus der Studie hervorgeht, die sich mit der Entwicklung der Mietpreise für kleine Gewerbeeinheiten unter 100 Quadratmetern und Wohnraum befasst, sind die Märkte stark angespannt. In den letzten fünf Jahren (2020-2025) kam es zu kumulierten Steigerungen von 30 bis 45 Prozent. Als treibende Faktoren dieser Spekulation nennt UPTA die bewusste Zurückhaltung von Immobilien, eine starke Konzentration des Eigentums und den ungebrochenen Druck des Tourismusmarktes.

Die Zahlen sind konkret: Für einen typischen 80-Quadratmeter-Laden in zentraler Lage werden monatlich zwischen 1.800 und 3.000 Euro in Palma fällig. Auf Ibiza sind es sogar 2.000 bis 3.500 Euro. "In den urbanen Zentren und Hauptgeschäftsstraßen, wo sich der Konsum konzentriert, spiegeln die Durchschnittswerte von 8 bis 18 Euro pro Quadratmeter die Realität nicht wider", so die Autoren der Studie. Die wirklich relevanten Lagen für ein Business seien ungleich teurer.

Existenzbedrohende Kostenquote

Diese hohen Ladenmieten schlagen direkt auf die Betriebskosten durch. Sie machen laut Bericht zwischen 40 und 50 Prozent der direkten Kosten eines kleinen Geschäfts aus und sind damit der Hauptkostenfaktor. Für viele Selbstständige kommt eine zweite, ebenso hohe Belastung hinzu: die eigene Wohnungsmiete. In einem Gebiet mit ohnehin hohen Lebenshaltungskosten entstehe so eine "doppelte Last, die die Tragfähigkeit von tausenden Tätigkeiten zunehmend in Frage stellt".

Der Wohnungsmarkt folgt einem parallelen, steilen Trend. Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter liegt in der Region zwischen 14 und 18 Euro, mit einem Anstieg von etwa 8 Prozent im letzten Jahr. Auch hier sind die touristischen Hotspots Spitzenreiter: In Eivissa (Ibiza-Stadt) werden 18 bis 22 Euro fällig, in Palma 15 bis 18 Euro.

Ein "unzugänglicher" Markt

Eduardo Abad, Präsident von UPTA, warnt vor den Folgen dieses Modells. "Die Balearen sind zweifellos eines der Gebiete, in denen es am schwierigsten ist, ein kleines Geschäft profitabel zu führen", wird er in einer Mitteilung zitiert. Das Gewicht des Tourismus und die Konzentration von Eigentum schafften einen Markt, der für Selbstständige "immer unzugänglicher" werde. Es handele sich um ein Modell, das kurzfristige Rentabilität über die langfristige wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit der Region stelle.

Die Studie zeigt deutlich, dass sich die Entwicklungen auf dem Gewerbe- und Wohnungsmarkt in den letzten fünf Jahren parallel vollzogen haben – besonders ausgeprägt in Hochdruckzonen wie Palma und Ibiza. Für die Zukunft der lokalen Wirtschaft in den Inselzentren ist das ein alarmierendes Signal.