
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Mehr als nur ein Kiosk
Eine Reise durch Europa wurde für drei junge Männer zur Initialzündung für ein gemeinsames Geschäftsmodell. Ihre Vision: den klassischen, aber vielerorts verschwindenden Zeitungskiosk für das 21. Jahrhundert neu zu erfinden. In Malaga setzen sie diese Idee nun um.
Ein hybrides Konzept für die Nachbarschaft
Das Ergebnis ist "Kiosquito", ein moderner Treffpunkt auf der Plaza Lex Flavia, gegenüber dem Musikkonservatorium und dem zentralen Campus. Das Geschäftsmodell verbindet einen klassischen Kiosk mit einem spezialisierten Café. Neben nationalen und internationalen Publikationen, die sonst schwer zu finden sind, locken Kaffee und Süßes. Eine kleine Sitzgelegenheit im Inneren lädt zum Verweilen ein.
"Wir sind junge Leute mit einer alten Seele", sagt Mitgründer Augusto Gigli gegenüber malagahoy.es. "Es ging uns nicht um Nostalgie, sondern um die Transformation des Bestehenden." Der gebürtige Argentinier, der seit zehn Jahren in Malaga lebt, betont den Gemeinschaftsaspekt. Der Kiosk soll als "Einheit der Zusammenkunft" fungieren, ein niederschwelliger Ort für Anwohner, Studierende und Passanten gleichermaßen.
Inspiration von der Costa Brava bis nach Kopenhagen
Die Inspiration für das Projekt holten sich Gigli und seine beiden Partner, Fahd Khouttaif aus Marokko und Maor Band aus Israel, auf ihren europäischen Reisen – unter anderem in Barcelona, Frankreich, Portugal und Dänemark. Gemeinsam gewannen sie einen Standortwettbewerb der Stadtverwaltung und übernahmen einen seit fünf Jahren leerstehenden traditionellen Kiosk.
Mehr als nur Konsum
Das Kerngeschäft von Kiosquito ist nur ein Teil der Vision. Die Gründer sehen sich als Teil des Viertels und wollen lokale Kunst- und Kulturprojekte fördern. Geplant sind Pop-up-Events, die kreative Erfahrungen und Gemeinschaftsaktivitäten in den Fokus rücken. In Kürze soll zudem die regionale Presse aus der Provinz Malaga ins Sortiment aufgenommen werden.
Trotz der Herausforderungen für Selbstständige in der aktuellen wirtschaftlichen Lage sehen die drei Unternehmer ihr Projekt mit Optimismus. Es sei ein Sprung ins kalte Wasser gewesen, so Gigli, aber auch eine große Quelle der Zufriedenheit und des Lernens. Ihr Fokus liege darauf, sich als fester Bestandteil der Nachbarschaft zu etablieren und den Dialog zwischen Tradition und modernem Lebensgefühl weiterzuführen.