Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Madrids Norden erhält neuen Stadtteil mit Tausenden Wohnungen
Genehmigung für zentrale Kompensationsbehörde
Die Stadtregierung Madrids hat am Donnerstag, den 16. April 2024, die ersten Grundlagen für die Umsetzung eines Schlüsselbereichs im Megaprojekt Madrid Nuevo Norte geschaffen. Mit der vorläufigen Billigung der Statuten und Aktionsgrundlagen wurde der Weg für die Gründung einer zentralen Kompensationsbehörde für den Bereich Malmea-San Roque-Tres Olivos freigemacht. Dies teilte das Rathaus in einer offiziellen Mitteilung mit.
Zahlen und Fakten zum Wohnungsbau
Dieser Teilbereich ist der mit Abstand wohnungsintensivste des gesamten Vorhabens. Hier sind 7.100 neue Wohneinheiten geplant. Von diesen werden 1.400 Wohnungen, also 20 Prozent, einem öffentlich geförderten Miet- oder Kaufmodell unterliegen. Im Gesamtkontext von Madrid Nuevo Norte erhöht sich die geplante Wohnungszahl damit auf 10.500, wovon 2.100 öffentlich geschützt sein sollen, wie Vizepräsidentin Inma Sanz in einer Pressekonferenz darlegte.
Umfassende Infrastruktur und Ökologie
Das Projekt sieht weit mehr als reine Wohnbebauung vor. Die Planungen umfassen öffentliche Einrichtungen für Gesundheit, Bildung, Sport und soziale Zwecke. Ein zentrales Element ist der sogenannte “Grüne Achse” – ein Nord-Süd verlaufender linearer Park, der die neuen Viertel verbinden und eine ökologische Brücke zwischen dem Naturgebiet Monte de El Pardo und dem Paseo de la Castellana schlagen soll. Für die Nahmobilität ist ein neues Netz von Radwegen geplant, das an den Grünen Fahrradring und den Radweg nach Colmenar Viejo anschließen wird.
Der öffentliche Verkehr wird durch zwei neue multimodale Knotenpunkte gestärkt, die jeweils eine Metro- und eine Cercanías-Station sowie Haltestellen eines neuen hochkapazitären Bussystems mit eigener Trasse enthalten. Für den motorisierten Individualverkehr sind mehrere neue Brücken und ein Tunnel zur besseren Ost-West-Verbindung vorgesehen, darunter drei neue Überführungen über die M-30.
Flächenverteilung und historische Korrektur
Den Angaben der Stadtverwaltung zufolge sind 509.246 Quadratmeter für öffentliche Netze reserviert. Die Bewohner sollen von über 160.000 Quadratmetern Grünfläche, mehr als 136.000 Quadratmetern für soziale Einrichtungen und 210.000 Quadratmetern öffentlichem Straßenraum profitieren. Zudem sind rund 215.000 Quadratmeter für Büronutzung und 36.000 Quadratmeter für den Handel vorgesehen.
Ein erklärtes Ziel des Projekts ist es, eine historische städtebauliche Barriere zu beseitigen, die bisher ganze Stadtteile voneinander isolierte. Bestehende denkmalgeschützte Bauwerke wie das Profidén-Gebäude und die Ermita de Nuestra Señora de Lourdes sollen an ihrem aktuellen Standort erhalten bleiben.
Koordinierte Gesamtsteuerung
Die jetzt auf den Weg gebrachte Kompensationsbehörde soll die einheitliche Planung und Ausführung der öffentlichen Infrastruktur für alle vier Teilbereiche von Madrid Nuevo Norte koordinieren. Beteiligt sind die Verwaltungen der Bereiche Malmea-San Roque-Tres Olivos und des Geschäftszentrums Chamartín, die Entwicklungsgesellschaft Crea Madrid Nuevo Norte sowie die Eisenbahninfrastrukturverwaltung Adif.
Die rechtliche Grundlage für das Gesamtprojekt, die punktuelle Änderung des Generalstadtplans unter dem Titel “Verlängerung der Castellana”, wurde bereits im Sommer 2020 endgültig ratifiziert. Das Vorhaben erstreckt sich über 5,6 Kilometer und umfasst eine Gesamtfläche von mehr als 3,3 Millionen Quadratmetern, wovon 400.000 Quadratmeter auf Grünflächen entfallen. Der zentrale Park allein wird eine Fläche von 13 Hektar einnehmen.