
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Lungenheilkunde jetzt auch auf Formentera
Ein Ende der Odyssee für Lungenpatienten
Die medizinische Unterversorgung auf den kleineren Inseln ist ein Dauerärgernis. Wer auf Formentera lebt und einen Facharzt braucht, musste bisher fast immer die Fähre nach Ibiza nehmen – ein zeitaufwendiger und beschwerlicher Weg. Doch ausgerechnet in der Pneumologie, also der Lungenheilkunde, ist damit jetzt Schluss. Das Krankenhaus von Formentera hat sein Leistungsangebot erweitert und bietet seit kurzem eigene Sprechstunden an. Ein längst überfälliger Schritt, der den Insulanern eine erhebliche Erleichterung bringt.
Die Zahlen belegen den Erfolg
Seit Anfang September, als die neuen Spezialisten ihre Arbeit aufnahmen, haben bereits rund 30 Patienten von dem Angebot profitiert. Das berichtet das Gesundheitsamt der Pityusen. Wer nun annimmt, dies sei ein Tropfen auf den heißen Stein, irrt gewaltig. Denn der Bedarf ist immens: Die Abteilung für Pneumologie am Krankenhaus Can Misses auf Ibiza verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 5.698 Konsultationen. Allein 798 davon waren Ersterstuntersuchungen, hinzu kamen über 2.000 Folgebesuche und fast 2.900 diagnostische Tests.
Von dieser Gesamtzahl entfielen 109 Konsultationen und 104 diagnostische Untersuchungen auf Patienten aus Formentera. Genau diese Menschen müssen nun nicht mehr auf die Nachbarinsel übersetzen. Das ist keine Bagatelle, sondern ein spürbarer Gewinn an Lebensqualität und ein Akt der Gleichbehandlung im Gesundheitswesen.
Ein Argument, das zählt: 24 Fachbereiche
Gesundheitsministerin Manuela García machte bei der Vorstellung des neuen Services gemeinsam mit dem Inselratspräsidenten Óscar Portas deutlich, dass dies kein Einzelfall bleiben darf. Mit der Integration der Pneumologie verfügt das Krankenhaus von Formentera nun über 24 verschiedene medizinische Fachbereiche. Kritiker mögen einwenden, dass dies im Vergleich zu großen Festlandkliniken immer noch wenig ist. Doch dieser Einwand verkennt die geografischen Realitäten einer kleinen Insel. Entscheidend ist nicht die schiere Zahl, sondern die Botschaft: Spezialisierte Medizin ist auch abseits der Zentren möglich, wenn der politische Wille vorhanden ist.
Es bleibt zu hoffen, dass dieses Signal Schule macht. Denn die Menschen auf Formentera haben ein Recht darauf, nicht länger als Patienten zweiter Klasse behandelt zu werden. Die Lungenheilkunde ist ein Anfang – weitere Fachrichtungen müssen folgen. Die Landesregierung hat geliefert wie es scheint, und die Bevölkerung wird es ihr danken.
Quelle: europapress.es