León XIV beendet Spanien-Reise mit starkem Migrations-Appell

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Kanarische Inseln

León XIV beendet Spanien-Reise mit starkem Migrations-Appell

von Clara Weber

Eine Reise der Zeichensetzung

Die erste Spanien-Reise von Papst León XIV ist Geschichte. Den Abschluss seines mehrtägigen Apostolischen Besuchs bildete eine intensive Visite auf den Kanarischen Inseln, die ganz im Zeichen der Migrationsfrage stand. Der Pontifex traf dort auf Geflüchtete, kritisierte europäische Abschottungspolitik und feierte eine der größten Messen der jüngeren Inselgeschichte.

Nach Stationen in Madrid und Barcelona landete León XIV am Donnerstag zunächst auf Gran Canaria. Sein erster Weg führte direkt zum Hafen von Arguineguín – einem Symbolort der europäischen Migrationskrise. Hier, wo tausende Menschen nach gefährlicher Überfahrt anlanden, sprach er mit Geflüchteten und Helfern. Laut Berichten des spanischen Diario de Mallorca war die Atmosphäre von “Nervosität, Emotion, einigen Tränen und sehr viel Freude” geprägt.

Kritik an europäischer “Insolidarität”

Die Begegnung nutzte der Papst für eine deutliche politische Botschaft. Er warf den europäischen Institutionen vor, dem Schicksal der Menschen auf dem Atlantik den Rücken zuzukehren. Sein Appell war ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und eine scharfe “Amonestación”, eine Ermahnung, an die “Insolidarität” der Staaten.

Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Besuch. Am Freitag auf Teneriffa sollten drei originale, auf den Inseln gelandete “Cayucos” – einfache Holzboote – während der Abschlussmesse im Hafen von Santa Cruz als stumme Zeugen dieser humanitären Krise präsent sein, wie der lokale Koordinator Antonio Pérez bekannt gab.

Fußballstadion wird zum “großen Altar”

Ein visuell beeindruckender Höhepunkt war die Messe im Estadio de Gran Canaria. Das Fußballstadion verwandelte sich für über 40.000 Gläubige in einen “großen Altar”. Es war die erste Papstmesse überhaupt auf dem Archipel. Zur Begrüßung erklang der kanarische Hymnus “Sombras del Nublo”, gespielt von der Philharmonischen Orchester Gran Canarias – eine bewusste Inszenierung der Verbindung zwischen dem Papsttum und der Inselidentität.

Die Reise erfüllte auch einen langgehegten Wunsch: Bereits sein Vorgänger, Papst Franziskus, hatte mehrfach den Wunsch geäußert, die Kanarischen Inseln zu besuchen, um die dortige Migrationssituation sichtbarer zu machen. León XIV setzte dieses Vorhaben nun in die Tat um.

Königliche Verabschiedung auf Teneriffa

Den offiziellen Abschied nahm am Freitagnachmittag König Felipe VI vor. An der Zeremonie auf dem Flughafen Teneriffa Nord nahmen auch hochrangige Regierungsvertreter teil, darunter Ministerpräsident Fernando Clavijo und die spanische Inklusionsministerin Elma Saiz.

Mit seiner Abreise Richtung Rom endete eine Reise, die weniger von theologischen Diskursen, sondern vielmehr von konkreten sozialen und politischen Zeichen geprägt war. Die Kanarischen Inseln, oft am Rand Europas wahrgenommen, standen für diese zwei Tage im Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit – genau wie von León XIV beabsichtigt.

Berichterstattung unter Verwendung von Informationen des Diario de Mallorca.


Quelle: diariodemallorca.es

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