
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Hantavirus-Ausbruch: Kein Grund zur Panik
In einer ungewöhnlich persönlichen Botschaft hat sich der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, direkt an die Bevölkerung der Kanarischen Inseln gewandt. Anlass ist die Ankunft eines Kreuzfahrtschiffes mit einem bestätigten Hantavirus-Ausbruch an Bord vor der Küste Teneriffas.
Direkte Kommunikation in besonderen Zeiten
Wie Tedros auf der Plattform X schrieb, sei es für ihn in seiner Position nicht üblich, sich direkt an eine einzelne Gemeinschaft zu wenden. In dieser Situation halte er es jedoch für notwendig. Pressemitteilungen und technische Berichte reichten nicht aus; die Kommunikation müsse von Mensch zu Mensch erfolgen. Hintergrund ist die Sorge vor Verunsicherung in der Bevölkerung, die noch von der Covid-19-Pandemie geprägt ist.
"Dies ist nicht ein weiteres Covid", stellte der WHO-Chef in seiner Nachricht klar. Das aktuelle Risiko für die öffentliche Gesundheit durch den Hantavirus bleibe niedrig. Diese Einschätzung habe er und sein Team bereits unmissverständlich getroffen und wiederhole sie nun ausdrücklich.
Geplanter und kontrollierter Ablauf der Evakuierung
Tedros reiste persönlich auf die Insel, um die gesundheitliche Operation zur Evakuierung des Schiffes zu leiten. Er betonte in seiner Mitteilung, dass die spanischen Behörden einen detaillierten Plan vorbereitet hätten. Demnach sollen die Passagiere im Industriehafen von Granadilla an Land gebracht werden – ein Gebiet, das weit entfernt von Wohnsiedlungen liege.
Der Transfer soll in abgedichteten und bewachten Fahrzeugen über einen vollständig abgesperrten Korridor erfolgen. Anschließend werden die Passagiere direkt in ihre Heimatländer repatriiert. "Sie werden keinen Kontakt mit ihnen haben, und Ihre Familien ebenfalls nicht", versicherte Tedros. Aktuell gebe es zudem keine Personen mit Symptomen an Bord. Ein WHO-Experte sei vor Ort und medizinische Versorgung sei sichergestellt.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, eine mögliche Ausbreitung des Virus zu verhindern und gleichzeitig Transparenz sowie Vertrauen in der lokalen Bevölkerung zu schaffen.