Krankenpflege erhebt sich für die Verwaltungskompetenz

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Krankenpflege erhebt sich für die Verwaltungskompetenz

von Redaktion

Ein Urteil als Katalysator für den Protest

Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Balearischen Inseln (TSJIB) hat eine beispiellose Einheitsfront innerhalb der Pflegeberufe mobilisiert. Die Entscheidung sieht vor, dass Neus Salas, die Direktorin der Grundversorgungszone (Zona Básica de Salud) von Manacor, ihr Amt niederlegen muss – mit der Begründung, dass sie keine Ärztin ist. Dieses Urteil, gegen das bis zum 12. Mai Berufung eingelegt werden kann, wirkt als Katalysator für einen grundlegenden Konflikt um die Verwaltungskompetenzen von Pflegekräften im Gesundheitssystem.

Breites Bündnis formiert sich

Als direkte Reaktion haben sich sieben bedeutende Organisationen zu einer gemeinsamen Plattform zusammengeschlossen. Wie in einer gemeinsamen Erklärung festgehalten wird, gehören dazu der Offizielle Berufsverband der Krankenschwestern und Krankenpfleger der Balearischen Inseln (COIBA), die Gewerkschaft SATSE sowie Fachverbände für Gemeindepflege, Hebammenwesen, geriatrische Pflege und pädiatrische Pflege. Sie alle kritisieren die dem Urteil zugrundeliegende Gesetzesauslegung als "restriktiv und veraltet". Die Kernforderung: Führungspositionen im Gesundheitswesen sollen "nach Kompetenz und nicht ausschließlich nach Grundberuf" vergeben werden.

Die unterzeichnenden Verbände argumentieren, dass die Leitung einer Grundversorgungszone eine "wesentlich administrative und organisatorische Funktion" sei. Sie umfasse die Koordination von Teams, Ressourcen und Versorgungsprozessen und sei keine rein klinische Tätigkeit, die dem Arztberuf vorbehalten bleiben müsse. Sie verweisen darauf, dass die Ernennung von Neus Salas im Jahr 2019 durch ein "öffentliches, transparentes und auf objektiven Kriterien basierendes Verfahren" erfolgte und sie die Rückendeckung ihres Teams genießt.

Gründung der Plattform INForça

Über die unmittelbare Stellungnahme hinaus haben die Organisationen begonnen, eine dauerhafte gemeinsame Struktur aufzubauen. Die neue Plattform trägt den Namen INForça und soll laut Angaben der Initiatoren "alle pflegerischen Kräfte" der Balearischen Inseln bündeln. Ihr Ziel ist es, als zentrale Interessenvertretung für professionelle Forderungen und gesetzliche Reformen zu agieren.

Das Gründungsmanifest bezeichnet das Urteil als "Frontalangriff auf die Managementkompetenz der gesamten Pflegeprofession" und wirft eine "voreingenommene und korporatistische Auslegung veralteter Gesetze" vor. Die geplanten Arbeitslinien umfassen: die Forderung nach gesetzlichen Änderungen, um die Besetzung von Führungsposten auf "Verdienst und Fähigkeit" zu stützen; die Verteidigung des Prinzips, dass Gesundheitsführung "keine alten Hierarchien kennt"; und die öffentliche Sichtbarmachung der Rolle von Pflegekräften in Leitungsfunktionen.

Forderungen an die Gesundheitsbehörde

Die Bewegung gewann an Dynamik nach einer Versammlung dieser Woche im COIBA, an der über 170 Pflegekräfte und Vertreter des Gesundheitsdienstes Ib-Salut teilnahmen, angeführt von Generaldirektor Javier Ureña. Dort forderten die Anwesenden von der Regionalregierung (Govern) "Entschlossenheit" und appellierten, "den Kampf nicht aufgegeben" zu sehen und vor Ablauf der Frist Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Der Ib-Salut seinerseits, so wie es in der Sitzung kommuniziert wurde, prüft derzeit die Möglichkeit eines Kassationsantrags und versprach, "alle rechtlichen Wege auszuschöpfen". Generaldirektor Ureña verteidigte öffentlich das Modell der Pflegekraft in Leitungsfunktion und verwies darauf, dass derzeit bereits Pflegekräfte in hochverantwortlichen Positionen innerhalb des balearischen Gesundheitssystems tätig sind, beispielsweise in Geschäftsführungen und anderen Direktorenposten.

Ein systemischer Konflikt mit Signalwirkung

Trotz dieser Zusicherungen gehen die beteiligten Organisationen davon aus, dass die Debatte den konkreten Fall von Manacor bei Weitem übersteigt. Wie aus den Stellungnahmen und der Gründung von INForça hervorgeht, wird das Urteil als Auslöser für einen grundsätzlichen Konflikt über das Verwaltungsmodell im Gesundheitswesen gesehen. Es stellt die Frage, welche Rolle Pflegekräfte mit ihrer spezifischen Expertise in der Leitung des öffentlichen Gesundheitssystems einnehmen können und sollen. Der Ausgang dieses Konflikts könnte, so die implizite Befürchtung der protestierenden Verbände, weitreichende Folgen für die Besetzung von Schlüsselpositionen in der Grundversorgung haben.