Kontamination im Labor: Fehler bei Darmkrebstests in Andalusien

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Kontamination im Labor: Fehler bei Darmkrebstests in Andalusien

von Jonas Beck

Ursache für Fehlalarme identifiziert

Die andalusische Gesundheitsbehörde hat die technische Ursache für eine Serie falsch-positiver Ergebnisse im landesweiten Darmkrebs-Screening-Programm ermittelt. Eine Kontamination des Analysegeräts mit dem systemeigenen Reinigungsmittel führte dazu, dass etwa 400 Stuhlproben fälschlich als positiv eingestuft wurden. Wie aus der regionalen Gesundheitsverwaltung verlautet, habe ein mögliches zusätzliches Problem im internen Flüssigkeitssystem des Analysators die Fehlerrate im Labor des Gesundheitsbezirks Costa del Sol weiter erhöht. “Infolge dieser Umstände wiesen einige Proben künstlich erhöhte Werte auf, wodurch das Gerät Proben als positiv klassifizierte, die es in Wirklichkeit nicht waren”, bestätigte eine Sprecherin der Behörde.

Keine falschen Negativresultate, aber erhebliche Verunsicherung

Laut den offiziellen Angaben führte der technische Defekt ausschließlich zu falschen Positivmeldungen, nicht jedoch zu falschen Negativen. Es sei somit kein diagnostischer Verlust aufgetreten. Nach der Identifizierung der Anomalie sei die technische Störung behoben, die Kontrollverfahren überprüft und verstärkt worden. Entscheidend war laut dem andalusischen Gesundheitsdienst (SAS) die Einleitung eines Protokolls zur Überprüfung aller betroffenen Fälle. Sämtliche Analysen aus dem fraglichen Zeitraum werden wiederholt. Derzeit würden alle 400 betroffenen Patienten persönlich kontaktiert, um eine neue Probe zu entnehmen und das Ergebnis zu verifizieren.

Doppeltes Datenchaos bei der Einladung

Parallel zu dem Laborfehler traten bereits im Vorstadium des Screenungsprozesses erhebliche Pannen auf, wie ein konkreter Fall zeigt. Eine betroffene Frau von der Costa del Sol berichtete dem Nachrichtenportal Málaga Hoy von einer gravierenden Datenschutzpanne. Die schriftliche Einladung zur Teilnahme am Screening-Programm, adressiert an Personen zwischen 50 und 69 Jahren, war beidseitig bedruckt – auf der Vorderseite mit ihren persönlichen Daten, auf der Rückseite mit denen einer anderen Person. Dieser Vorfall veranlasste die Patientin, das gesamte Ausmaß der Fehlerquote in Frage zu stellen. Sie folgte dennoch der Einladung, reichte ihre Probe ein und erhielt wenig später einen positiven Befund, der sich später als falsch herausstellte.

Ablauf der Ereignisse und Folgen für Patienten

Der Ablauf im Fall der anonymen Patientin verdeutlicht die psychische Belastung durch solche Systemfehler. Nach Erhalt des positiven Bescheids, der betonte, dass dies keine Krebsdiagnose sei, wurde sie für eine Koloskopie vorgesehen. Nur wenige Stunden nach der schriftlichen Benachrichtigung erhielt sie jedoch einen Anruf der Epidemiologie, der die Fehlermeldung korrigierte. Die emotionale Verunsicherung durch diesen Ablauf war, wie sie schilderte, erheblich. Der SAS versichert, dass solche Doppelbenachrichtigungen vermieden wurden und der Fokus nun auf der zuverlässigen Wiederholung der Tests liege. Die strukturellen und technischen Abläufe in den betroffenen Laboren seien überprüft und angepasst worden, um eine Wiederholung zu verhindern.

Basierend auf offiziellen Mitteilungen der Junta de Andalucía und einem Bericht von Málaga Hoy.


Quelle: malagahoy.es

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