
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
KI-Bilder täuschen Tierbesitzer
Kriminelle nutzen KI für falsche Lösegeldforderungen
Eine neuartige Betrugsmasche zielt auf die emotionale Notlage von Menschen ab, deren Haustier verschwunden ist. Wie die spanische Nationalpolizei mitteilt, durchsuchen Täter soziale Netzwerke und öffentliche Aushänge nach Suchmeldungen entlaufener Hunde oder Katzen. Die Betrüger kontaktieren die Halter dann mit der Behauptung, das Tier gefunden zu haben.
Täuschung mittels künstlicher Intelligenz
Um ihrer Behauptung Glaubwürdigkeit zu verleihen, versenden die Kriminellen Fotografien oder Videoclips. Diese Aufnahmen werden mit Hilfe von KI-Werkzeugen manipuliert. Grundlage dafür ist das Bild des Tieres, das die Besitzer selbst in ihrer Suchmeldung verbreitet haben. Die Polizei betont, dass moderne KI-Anwendungen in der Lage sind, realistische Aufnahmen zu erzeugen, bei denen Szenen und Hintergründe verändert werden, ohne das Aussehen des abgebildeten Tieres zu beeinträchtigen.
Psychologische Druckmittel
Die Ermittler stellen fest, dass der Betrug systematisch auf die Verzweiflung der Tierhalter setzt. Die Sorge um das Tier senkt die Hemmschwelle und macht die Besitzer empfänglicher für die Geschichte der angeblichen Finder. Ist das Vertrauen einmal hergestellt, fordern die Täter Geld. Die Summen werden mit angeblichen Transportkosten oder anderen Auslagen begründet. Nach der Überweisung kommt es zu keiner Übergabe – die Kontaktpersonen brechen den Kontakt ab.
Prävention und Verhalten im Ernstfall
Die Polizei rät dringend davon ab, Zahlungen zu leisten, bevor die Übergabe des Tieres persönlich und vor Ort überprüft wurde. Ein zentraler Ratschlag lautet, nicht alle individuellen Erkennungsmerkmale eines Tieres öffentlich zu machen. Dadurch bleibt den Haltern ein Mittel, um die Glaubwürdigkeit eines angeblichen Finders zu überprüfen.
Sollte ein verdächtiger Anruf oder eine Nachricht eingehen, empfehlen die Behörden, sämtliche Beweise zu sichern – Bildschirmfotos, Nachrichtenverläufe und Telefonnummern. Diese Daten sollen die polizeilichen Ermittlungen unterstützen. Zudem wird geraten, Anzeige zu erstatten und die betrügerischen Profile den jeweiligen Plattformen zu melden, um deren Sperrung zu beschleunigen.
Die Nationalpolizei appelliert eindringlich an alle Besitzer vermisster Tiere: „Wenn Geld für die Rückgabe Ihres Haustieres gefordert wird, zahlen Sie nicht und erstatten Sie Anzeige.“
Quelle: 20minutos.es