Katalanische Literatur schreibt Mediçis-Geschichte

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Barcelona

Katalanische Literatur schreibt Mediçis-Geschichte

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Triumph für die katalanische Sprache

Während in Spanien weiterhin über die offizielle Anerkennung des Katalanischen in der EU gestritten wird, liefert die Literatur den stärksten Beweis für ihre Strahlkraft: Die Schriftstellerin Eva Baltasar hat mit ihrem Roman „Ocàs i fascinació" den diesjährigen Prix Médicis Étranger gewonnen. Die prestigeträchtige Auszeichnung, die am Montag in Paris verliehen wurde, geht damit erstmals in der Geschichte des Preises an ein Werk in katalanischer Sprache. Dieser Erfolg ist nicht nur eine persönliche Ehrung für die Autorin, sondern ein politisches Signal.

Paris krönt Barcelona

Der Prix Médicis zählt zu den bedeutendsten Literaturpreisen Frankreichs. Dass die siebenköpfige Jury – darunter Größen wie Marie Darrieussecq und Andreï Makine – ausgerechnet eine Übersetzung aus dem Katalanischen auswählte, ist eine bemerkenswerte Entscheidung. Die französische Fassung „Déclin et fascination", übersetzt von Annie Bats und veröffentlicht beim renommierten Verlag Verdier, hat die Jury offenbar restlos überzeugt.

Während Kritiker in Spanien den Roman oft als düsteren Blick auf die menschliche Existenz beschreiben, erkennt die internationale Literaturwelt offenbar etwas Universelleres darin: die radikale Suche nach Freiheit, die Baltasar in ihrer Prosa so unerbittlich verhandelt. Die Auszeichnung ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass der Preis regelmäßig an Schwergewichte der Weltliteratur geht.

Ein Verlag als Wegbereiter

Hinter dem historischen Erfolg steht der kleine Verlag Club Editor aus Barcelona, der die katalanische Originalausgabe publizierte. Während große Konzerne auf internationale Bestseller setzen, beweist Club Editor, dass mutige Literaturpolitik sich auszahlt. Die Freude ist dem Verlag in den sozialen Medien deutlich anzumerken: Man feiert die Auszeichnung als Sensation – zu Recht.

Gegner der katalanischen Kultur, die diese gerne als provinzielles Nischenphänomen abtun, sehen sich durch diesen Erfolg eines Besseren belehrt. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet ein Werk aus Barcelona in Paris Geschichte schreibt. Der literarische Nobelpreisträger und die gesamte Branche sollten diesen Moment nutzen, um über den Wert sprachlicher Vielfalt nachzudenken – anstatt über vermeintliche Nachteile von Mehrsprachigkeit zu klagen.

Die Jury tagte in der französischen Hauptstadt und wählte Baltasar nach intensiver Beratung aus. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Preis nicht nur ein einmaliges Ereignis bleibt, sondern den Weg ebnet für weitere Übersetzungen katalanischer Literatur in alle Weltsprachen. Paris hat gesprochen – und es hat sich für Barcelona entschieden. Wie Club Editor mitteilte, ist es das erste katalanische Werk, das diese Auszeichnung erhält.

Quellen: Mitteilung des Verlags Club Editor, Pressemitteilung von Europa Press


Quelle: europapress.es

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